Tim Cook spricht über die Vision Pro, den Einsatz von KI, Apples Zukunft und mehr

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Apples CEO Tim Cook hat sich zu einem ausführlichen Gespräch mit WIRED zusammengesetzt. In dem Interview spricht er über eine Vielzahl von Themen. Dabei gewährt Cook einige interessante Einblicke in Apples aktuelle Strategie – von der Verantwortung im Bereich der KI bis hin zu Apples Ambitionen im Gesundheitswesen.

Fotocredit: Apple

Apples Ansatz für KI

In Bezug auf künstliche Intelligenz betont Cook den methodischen Ansatz von Apple. Man verfolge nicht die hochtrabende Idee der AGI (Artificial General Intelligence) – die Art von KI, die theoretisch alles lernen und alles tun könnte. Stattdessen, so Cook, konzentriere sich Apple auf das, was KI den Nutzern heute bieten könne.

„Im Moment ist die Technologie gut genug, um sie den Menschen zur Verfügung zu stellen und ihr Leben zu verändern, und das ist es, worauf wir uns konzentrieren“, erklärt Cook.

Er räumte ein, dass über AGI noch viel diskutiert werden muss und dass sie noch weit davon entfernt ist, Realität zu werden. In der Zwischenzeit ist die Haltung von Apple klar: Jeder Vorstoß in die KI braucht Regeln, die sicherstellen, dass die Technologie der Menschheit zugutekommt. Das ist durchdacht, vorsichtig und steht ganz im Einklang mit Apples Markenzeichen „Der Mensch steht im Mittelpunkt“, so Cook. Das Unternehmen sieht dabei Apple Intelligence nicht als etwas, für das man extra bezahlen muss. Für Cook ist es eher ein grundlegender Teil des Apple-Erlebnisses.

Apples Erfolgsgeheimnis in Sachen KI und maschinelles Lernen ist nicht über Nacht entstanden, sondern geht auf eine wichtige Entscheidung aus dem Jahr 2017 zurück. In dem Jahr entwickelte Apples Chip-Team die erste Version der Neural Engine – eine wichtige Hardwarekomponente für maschinelle Lernaufgaben. Ursprünglich war die Neural Engine für die Verbesserung der Computerfotografie gedacht (z. B. für den Porträtmodus auf dem iPhone), aber in jenem Jahr erkannten Apples Ingenieure einen bedeutenden Wandel in der KI-Landschaft und richteten das Projekt neu aus.

Vision Pro: Die Zukunft ist (fast) da

Ja, die Apple Vision Pro ist noch neu, und Cook ist nicht überrascht über die anfängliche kritische Haltung gegenüber den Verkaufszahlen. Er bezeichnet das Gerät als „Early-Adopter-Produkt“, das sich an Technik-Enthusiasten richtet, die die Technologie von morgen schon heute nutzen wollen. Laut Cook ist die wichtigste Kennzahl für die Vision Pro nicht der reine Absatz, sondern der Erfolg des Ökosystems.

„Die Leute kaufen es, und das Ökosystem floriert. Der ultimative Test für uns ist das Ökosystem. Ich weiß nicht, ob du es häufig nutzt, aber ich bin ständig dort. Ich sehe ständig neue Apps“, so Cook.

Obwohl er keine genauen Zahlen nannte, zeigte er sich zuversichtlich über die wachsende Beliebtheit bei Entwicklern und Nutzern, die Apple Vision Pro unterstützen.

WIRED fragte auch, ob sich die Vision Pro zu einer leichteren Mixed-Reality-Brille weiterentwickeln wird – ähnlich wie Meta oder Snap es vorhaben. Cooks Antwort deutet auf eine Reise hin: „Es ist eine Entwicklung im Laufe der Zeit, was die Formfaktoren angeht.“ Übersetzung? Apple ist noch nicht so weit, arbeitet aber dran.

Tim Cooks Meinung zu Smartphone-Gewohnheiten

Angesprochen auf die Zeit, die die Menschen mit ihrem iPhone verbringen, äußert sich Cook mit gemischten Gefühlen. „Ich mache mir Sorgen über die Leute, die endlos scrollen“, gibt er zu. Diese Sorge ist nicht neu – sie ist einer der Gründe, warum Apple im Jahr 2018 die Bildschirmzeit eingeführt hat. Cook hebt in dem Interview hervor, wie Apple seine Nutzer bei der Schaffung gesunder digitaler Gewohnheiten unterstützt, indem man Tools zur Verwaltung der Bildschirmnutzung anbietet.

Er macht deutlich, dass es ein Gleichgewicht zu finden gilt. Das Problem, das Cook sieht, ist, wenn das Smartphone fesselnder wird als die Menschen um einen herum.

„Wenn man mehr auf sein Smartphone schaut als in die Augen der anderen, ist das ein Problem“, weiß Cook.

Apples zunehmender Fokus auf Gesundheitsthemen

Das Interview befasst sich auch mit Apples Bemühungen im Gesundheitsbereich, einem Sektor, in dem das Unternehmen Schritte unternimmt, die über Fitness-Tracking hinausgehen. Cook kündigt in dem Gespräch zwar keine neuen Produkte an, deutete aber an, dass das Unternehmen an KI und biometrischer Analyse forscht.

Apple witterte mit der Apple Watch die Chance in einem Markt vorzudringen, der von der Unterhaltungselektronik-Industrie zu dem Zeitpunkt nahezu unberührt war. Seit der ersten Apple Watch hat das Unternehmen den Gesundheitsaspekt der Smartwatch weiterentwickelt. Die Apple Watch war erst der Anfang, weitere Geräte wie die AirPods folgen, ganz zu schweigen von Apples „Health Records“-Plänen.

Mit anderen Worten: Das Unternehmen will nicht nur coole Gadgets entwickeln, sondern auch sinnvolle Fortschritte in der Medizintechnik erzielen – und vielleicht sogar die Art und Weise verändern, wie wir über persönliche Gesundheitsgeräte denken. Wie Cook es ausdrückt:

„Wir forschen weiter … wir arbeiten an Dingen, die bereits seit Jahren in der Entwicklung sind.“

Tim Cook über seine Zukunft bei Apple

Was Cooks weiteren Werdegang bei Apple angeht, so bleibt er an Ort und Stelle … vorerst. Auf die Frage, wie lange er sich noch in seiner Rolle als Apple-CEO sieht, antwortet er einfach, dass er dort bleiben wird, „bis die Stimme in meinem Kopf sagt: ‚Es ist Zeit‘.“

Cooks Engagement für Apple ist spürbar – schließlich ist er seit über 25 Jahren in dem Unternehmen tätig. Es ist zwar klar, dass er nicht vorhat, das Unternehmen in nächster Zeit zu verlassen, aber er weiß, dass es irgendwann ein „nächstes Kapitel“ geben wird. Im Moment konzentriert sich Cook jedoch voll und ganz darauf, Apple durch die nächste Ära der Innovation zu führen.

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