Apple und Indonesien haben anscheinend eine Einigung erzielt, um das bisher schon fünf Monate andauernde Verkaufsverbot für das iPhone 16 aufzuheben. Die Einigung, die noch in dieser Woche unterzeichnet werden soll, kommt nach einer angespannten Auseinandersetzung über die Einhaltung der lokalen Produktionsgesetze durch Apple zustande. Im Gegenzug für die Aufhebung des Verbots tätigt Apple eine beträchtliche Investition in Höhe von 1 Milliarde Dollar.

Was war der Auslöser für das iPhone 16 Verbot?
Bereits im Oktober hat Indonesien den Verkauf des iPhone 16 verboten. Der Grund? Apple hat versprochene Investitionen in Indonesien nicht getätigt. Während der Streit zunächst nur einen kleineren Millionenbetrag betraf, hatte sich der Konflikt schnell hochgeschaukelt. So spielte später die indonesische Vorgabe, dass Smartphones mindestens „35 % lokal produzierte Anteile“ enthalten müssen, eine entscheidende Rolle in dem Konflikt.
Apples frühere Angebote zur Beilegung des Verbots wurden von der indonesischen Regierung als unzureichend abgelehnt. Kürzlich erhöhte Apple sein Angebot auf 1 Milliarde Dollar und schlug vor, eine Produktionsstätte auf der Insel Batam in der Nähe von Singapur zu errichten. In der Anlage sollen AirTags hergestellt werden. Aber hier ist der Haken: AirTags zählen nicht zu den iPhone-Komponenten, weshalb die indonesische Regierung nicht von ihrer Forderung nach lokal produzierten „iPhone-spezifischen Teilen“ abrücken wollte.
Eine Einigung ist in Sicht
Nun hat sich offensichtlich etwas hinter den Kulissen getan. So soll noch diese Woche eine Erklärung unterzeichnet werden, die den Verkauf des iPhone 16 „so bald wie möglich“ wieder ermöglichen wird. Im Gegenzug hat sich Apple bereit erklärt, eine 1-Milliarden-Dollar-Investition in Indonesien zu tätigen, wobei es hier nicht nur um ein Bargeldgeschäft geht. Die Investition von Apple umfasst einen mehrgleisigen Ansatz zur Stärkung des indonesischen Technologiesektors:
- Ausbildung lokaler Talente: Apple hat sich verpflichtet, weitere Forschungs- und Entwicklungsprogramme in Indonesien zu entwickeln. Dieser Schritt zielt darauf ab, einheimischen Ingenieuren die Fähigkeiten zu vermitteln, die sie benötigen, um ihre eigenen Technologieprodukte zu entwerfen und zu entwickeln – ein wesentlicher Schritt in Indonesiens Bestreben, ein regionales Technologiezentrum zu werden.
- Neue Produktionsanlagen: Der Apple-Zulieferer Luxshare Precision Industry wird wie bereits vorgeschlagen auf der Insel Batam ein Werk für die Produktion von AirTags errichten. Es wird erwartet, dass allein diese Fabrik 20 Prozent der weltweiten AirTag-Produktion von Apple abwickeln wird.
- Mehr Apple Akademien: Die Vereinbarung umfasst Pläne für zusätzliche Apple Akademien, die indonesischen Studenten wichtige technische Fähigkeiten wie Programmierung beibringen und so die Bildungspräsenz von Apple in dem Land weiter ausbauen werden.
- Eine neue Fabrik für Zubehörteile in Bandung: Apple wird außerdem eine weitere Fabrik für die Herstellung von Zubehörteilen errichten und sich damit noch stärker im indonesischen Fertigungssektor verankern.
Trotz des umfangreichen Angebots von Apple haben die Quellen von Bloomberg angegeben, dass Apple keine unmittelbaren Pläne hat, iPhones oder iPhone-spezifische Teile in Indonesien herzustellen. Anscheinend ist die Regierung von ihrem strengen Standpunkt abgerückt. Das bedeutet, dass das Ziel der Regierung, Apple dazu zu bewegen, die iPhone-Produktion in das Land zu verlegen, zumindest vorerst unerfüllt bleibt. Aber mit diesen neuen Investitionen ist es Indonesien gelungen, sich zu einem wichtigen Teil der globalen Lieferkette von Apple zu machen.
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