Apple steht wieder einmal im Visier der Regulierungsbehörden – diesmal in Brasilien. Die Vorgabe: Innerhalb von 90 Tagen muss das Unternehmen Entwicklern erlauben, alternative Zahlungsmethoden in ihren Apps anzubieten oder ihre Anwendungen auch außerhalb des App Store auf iOS zu vertreiben.

Was steckt hinter der Entscheidung?
Ein brasilianisches Berufungsgericht hat eine frühere Entscheidung bestätigt, die Apple dazu zwingt, den App Store zu öffnen. Diese Auflage basiert auf einer Untersuchung der brasilianischen Wettbewerbsbehörde CADE, die Apple vorwirft, seine Marktmacht zu missbrauchen. Apple erschwere Entwicklern den Zugang zu fairen Vertriebswegen und zwinge sie in sein eigenes Zahlungssystem – inklusive der berüchtigten App-Store-Gebühren, heißt es.
Ursprünglich sollte Apple die Änderungen innerhalb von 20 Tagen umsetzen. Jetzt hat das Unternehmen 90 Tage Zeit. Doch auch wenn das wie eine Atempause klingt, bleibt der Druck hoch. Laut Gericht gefährdet die einstweilige Verfügung Apples Geschäftsmodell nicht grundlegend, sondern erfordert lediglich Anpassungen, die im Falle einer möglichen späteren gegenteiligen Entscheidung rückgängig gemacht werden könnten.
Das Verfahren läuft seit 2022
Der Konflikt zieht sich bereits seit einiger Zeit hin: Im Jahr 2022 brachte der Online-Marktplatz Mercado Livre den Stein ins Rollen. Das Unternehmen beschwerte sich über Apples restriktive Regeln für In-App-Käufe, was die brasilianische Wettbewerbsbehörde zum Einschreiten veranlasste.
Wie erwartet, will Apple sich nicht kampflos geschlagen geben. Das Unternehmen hat laut dem brasilianischen Wirtschaftsmagazin Valor bereits angekündigt, Berufung einzulegen. In einer Stellungnahme warnt Apple davor, dass die geforderten Änderungen die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer gefährden könnten. Gleichzeitig betont Apple, dass das Unternehmen in einem wettbewerbsintensiven Markt agiere und den Fokus weiterhin auf das Vertrauen der Kunden legen will.
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