Wenn Apple etwas anpackt, dann am liebsten so, dass kein Rädchen dem Zufall überlassen bleibt. Beim iPhone hat das funktioniert, bei MacBooks ebenfalls. Und jetzt? Jetzt steht offenbar das Kino auf dem Plan. Mit „F1“ bringt Apple seinen bislang ambitioniertesten Film ins Rennen. Dabei scheut das Unternehmen für den Erfolg keine Kosten und Mühen. Das langfristige Ziel geht dabei noch einen Schritt weiter. So will Apple laut dem Wall Street Journal in Zukunft noch mehr mitreden, wenn es um den Weg eines Films vom Studio bis zum Kinosessel geht.

Fotocredit: Apple
Der hauseigene Kinovertrieb
Bisher überließ Apple den Kinopart lieber den Großen der Branche. Warner Bros. bringt etwa „F1“ weltweit in die Lichtspielhäuser. Doch das könnte sich bald ändern. Hinter verschlossenen Türen denkt Apple über eine eigene Verleihstruktur nach. Ein logischer Schritt für ein Unternehmen, das gerne die gesamte Wertschöpfungskette kontrolliert. Wer alles selbst steuert, muss sich keine Sorgen um Prioritäten anderer machen. Gerade wenn besagte Partner wie Warner Bros. zeitgleich auch ihren eigenen Blockbuster „Superman“ auf den Markt bringen.
Dass Apple diesen Weg nicht leichtfertig geht, liegt auf der Hand. Ein eigener Filmverleih bedeutet eine erhebliche Kostensteigerung in Apples Original-Programm. Doch wer Kontrolle will, muss investieren. Denn Apple hat in der Vergangenheit schmerzhaft gelernt, dass man sich nicht mit halben Sachen anfreunden sollte. Bei „CODA“ etwa fehlten dem Konzern die internationalen Rechte. „Suspicion“ wanderte sogar ganz zu einem britischen Sender. Solche Kompromisse will Apple künftig vermeiden.
„F1“ könnte für Apple zur Bewährungsprobe werden. Sollte der Film trotz Konkurrenz durch „Superman“ ein Erfolg werden, wäre das ein starkes Argument für den hauseigenen Kinovertrieb. Noch ist nichts beschlossen, doch laut dem Wall Street Journal sind die ersten Verhandlungen für eine Kinovertriebsabteilung bereits im Gange.
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