Berliner Datenschutzbehörde will KI-App DeepSeek aus App Stores entfernen lassen

| 17:33 Uhr | 0 Kommentare

Die Berliner Datenschutzbehörde will die App DeepSeek aus den App Stores von Apple und Google entfernen lassen. Hintergrund ist der Vorwurf, dass die Anwendung personenbezogene Daten in erheblichem Umfang nach China überträgt, ohne dabei den Vorgaben der europäischen Datenschutzgrundverordnung gerecht zu werden.

Verstöße gegen europäische Datenschutzstandards

DeepSeek hatte Anfang des Jahres für Aufmerksamkeit gesorgt, weil der KI-gestützte Chatbot als günstige und zugleich leistungsstarke Alternative zu den etablierten Diensten von OpenAI und Google auftrat. Doch nun stehen weniger die technischen Fähigkeiten als vielmehr die Datenpraktiken im Mittelpunkt.

Die App wird von einem Unternehmen mit Sitz in Peking betrieben, das keine Niederlassung in der EU hat. Dennoch gilt für DeepSeek europäisches Datenschutzrecht, da der Dienst auch Nutzern in Deutschland angeboten wird. Laut der Berliner Behörde sammelt die App nicht nur Inhalte von Nutzeranfragen, sondern auch Angaben zu Geräten, Standortdaten und Netzwerken sowie hochgeladene Dateien. Diese Informationen werden an Dienstleister in China weitergegeben und dort gespeichert.

Laut der Datenschutzbeauftragten Meike Kamp konnte das Unternehmen nicht darlegen, dass die Daten deutscher Nutzer in China auf einem mit der EU vergleichbaren Schutzniveau verarbeitet werden. Besonders kritisch sieht die Behörde den weitreichenden Zugriff chinesischer Stellen auf gespeicherte Daten und das Fehlen rechtlicher Mittel für Betroffene, um ihre Ansprüche geltend zu machen.

Rechtsgrundlage ist der Digital Services Act

Anstelle einer Geldstrafe, wie sie bei Datenschutzverstößen häufig verhängt wird, setzt Berlin diesmal auf eine Sperrung. Grundlage dafür ist der europäische Digital Services Act. Das Gesetz schreibt vor, dass Plattformbetreiber bei Hinweisen auf rechtswidrige Inhalte aktiv werden müssen. Sie sind verpflichtet, solche Meldungen zu prüfen und bei Bestätigung unverzüglich geeignete Schritte einzuleiten, etwa indem sie die Inhalte entfernen oder den betreffenden Dienst sperren. Apple und Google müssen somit nun entscheiden, ob sie die App aus ihren Stores entfernen.

Kategorie: App Store

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