Apple legt Einspruch gegen DMA-Strafe in Höhe von 500 Millionen Euro ein

| 13:30 Uhr | 1 Kommentar

Apple hat offiziell Einspruch gegen die im April verhängte Geldstrafe der Europäischen Kommission in Höhe von 500 Millionen Euro eingelegt. Hintergrund ist der Vorwurf, Apple habe mit bestimmten App-Store-Regeln gegen das neue Gesetz für digitale Märkte (DMA) verstoßen. Die EU-Kommission kritisiert insbesondere Apples Anti-Steering-Richtlinien.

Was Apple geändert hat und warum das der EU nicht reicht

Bereits im März 2024 reagierte Apple mit tiefgreifenden Änderungen für den EU-Markt. Dazu zählen alternative App-Marktplätze, neue Geschäftsbedingungen für Entwickler und die Unterstützung alternativer Browser-Engines. Doch die EU-Kommission blieb skeptisch und verhängte im April erstmals Strafen gegen Apple.

Laut der Kommission habe Apple Entwickler zu lange daran gehindert, Nutzer auf alternative Bezahlmöglichkeiten hinzuweisen. Dabei handelt es sich um die sogenannte Anti-Steering-Richtlinie, die unter anderem Hinweise auf andere Zahlungswege innerhalb von Apps bislang weitgehend untersagte. Apple hatte bereits Schritte unternommen, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Die EU-Kommission sah jedoch noch Verbesserungspotenzial bei der Umsetzung.

Vergangene Woche entfernte Apple dann weitere Einschränkungen im App Store für EU-Entwickler. Unternehmen können jetzt leichter auf eigene Zahlungswege verweisen. Auch die entsprechenden Geschäftsbedingungen wurden angepasst. Die Änderungen erfolgen laut Apple, um tägliche Strafzahlungen zu vermeiden.

Apple wehrt sich gegen Eingriffe in die App-Store-Architektur

In einer Stellungnahme erklärte Apple gegenüber 9to5Mac, dass die Kommission versucht, die App-Store-Struktur aktiv umzubauen. Das sei nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern schade auch Entwicklern und Nutzern. Apple bemängelt zudem, dass die Vorgaben der EU sich laufend verändern.

Besonders der Begriff „Steering“ wurde von der Kommission laut Apple mehrfach neu definiert. Ursprünglich hatte das Unternehmen Entwicklern im EU-Raum erlaubt, auf externe Zahlungsdienste zu verlinken. Apple kritisiert, dass die EU den Begriff „Steering“ inzwischen weiter fasst als zuvor. Während Apple sich zunächst auf einfache Verlinkungen zu externen Zahlungsdiensten beschränkte, verlangt die Kommission mittlerweile auch, dass Entwickler alternative Zahlungsmethoden aktiv bewerben dürfen. Dazu zähle nach Auffassung der EU unter anderem, dass Hinweise, eingebettete Webansichten oder Links zu anderen App-Marktplätzen erlaubt sein müssen. Apple sieht darin eine fortlaufende Ausweitung der Anforderungen.

Unklarheit bei Gebühren und neuen Regeln

Apple kritisiert außerdem, dass die von der EU geforderte Store-Service-Gebühr in mehrere Stufen unterteilt sein muss. Bereits im August hatte Apple für Entwickler, die sich für alternative EU-Geschäftsbedingungen entscheiden, eine Gebühr von 10 Prozent eingeführt, wobei kleine Anbieter nur 5 Prozent zahlen. Wer hingegen bei den Standardbedingungen bleibt, zahlt weiterhin 20 Prozent beziehungsweise 7 Prozent im Rahmen des Small Business Program.

Apple argumentiert, dass die Staffelung der Gebühren und die Wahl zwischen verschiedenen Modellen Entwickler zusätzlich verunsichere. Die Entscheidung, ob man die neuen Bedingungen annimmt oder beim bisherigen Modell bleibt, sei nicht nur wirtschaftlich relevant, sondern auch technisch komplex.

Kategorie: Apple

Tags:

1 Kommentare

  • Gast1

    Ich kenne mich nicht so gut aus mit der europäischen Gerichtsbarkeit aus , aber hier hätte Apple viel früher reagieren müssen. Jetzt ist die Hintertür , die keiner wollte , aktiv und lässt sich sicherlich nicht leicht wieder schließen. Was die Menschen betrifft die hier alles positiv sehen und Apple als Bösewicht beschreiben haben sicher nicht verstanden worum es bei DMA und der AppStore Öffnungen und NFC wirklich geht. Sicherlich ist das Wohlergehen einiger tausend Programmierer nicht der wahre Grund. Das die Apps jetzt billiger werden auch nicht , wie viele gemerkt haben.

    07. Juli 2025 | 23:04 Uhr | Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert