Studie: Apple Watch erkennt Gesundheitszustände durch neues KI-Modell

| 8:00 Uhr | 0 Kommentare

Apple legt bekanntlich großen Wert auf seine Gesundheits- und Fitnessprojekte, die mit der Apple Watch einen beeindruckenden Erfolgsweg eingeschlagen haben. Nun wagt das Unternehmen den nächsten Schritt in der Gesundheitsforschung und setzt dabei auf die stille Sprache unseres Alltagsverhaltens. So zeigt ein neues, von Apple gefördertes KI-Modell in einer aktuellen Studie, dass die Apple Watch mehr kann. Statt sich wie bisher ausschließlich auf Sensordaten zu verlassen, erkennt das Modell Gesundheitszustände anhand typischer Bewegungs- und Verhaltensmuster mit erstaunlicher Treffsicherheit.

Analyse von Verhaltensmustern

Kern der Studie ist das sogenannte Wearable Behavior Model (WBM). Im Gegensatz zu herkömmlichen Ansätzen, die auf Echtzeitwerte wie Puls oder Blutsauerstoff setzen, analysiert das neue Modell längerfristige Verhaltensmuster. Dazu zählen unter anderem Schrittzahl, Schlafdauer, Herzfrequenzvariabilität und allgemeine Mobilität. Das sind alles Werte, die die Apple Watch bereits mithilfe ihrer eigenen Algorithmen erfasst.

Diese Verhaltensmuster erlauben es dem neuen KI-Modell, sogenannte statische Gesundheitszustände wie Veränderungen der Schlafqualität oder Infektionen der Atemwege besser zu erkennen. Besonders bemerkenswert ist die Genauigkeit bei der Schwangerschaftserkennung. In Kombination mit klassischen Sensordaten erreicht das Modell hier eine Trefferquote von bis zu 92 Prozent.

Das Modell erkennt die Gesundheitszustände nicht direkt, sondern indirekt durch typische Verhaltensmuster und physiologische Veränderungen. Die zugrunde liegende KI-Architektur basiert auf zeitbasiertem maschinellem Lernen. Sie erkennt Veränderungen im Verhalten über Tage oder Wochen hinweg, statt nur auf momentane Messwerte zu reagieren. Dadurch lassen sich Gesundheitsentwicklungen identifizieren, bevor sie klinisch offensichtlich werden.

Basis für das Modell ist die „Heart and Movement Study“ von Apple, bei der mehr als 160.000 Teilnehmer freiwillig ihre Daten über die Apple Watch und das iPhone bereitgestellt haben. Insgesamt flossen mehr als 2,5 Milliarden Stunden an Bewegungs- und Gesundheitsdaten in das Training des Modells ein.

Ob beziehungsweise wann diese Technologie in künftige Funktionen der Apple Watch einfließt, bleibt offen. Doch die Ergebnisse zeigen klar, welches Potenzial in der Smartwatch steckt. Sie ist längst nicht mehr nur ein Fitness-Tracker, sondern entwickelt sich zu einem echten Gesundheitsassistenten.

Kategorie: Apple

Tags:

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert