Wenn Apple gegen einen Leaker vor Gericht zieht, dann ist die Lage ernst. In diesem Fall trifft es Jon Prosser, eine bekannte Größe in der Tech-Szene. Der Konzern wirft ihm vor, nicht nur geheime Details über kommende Software-Versionen veröffentlicht zu haben, sondern sich diese Informationen auf illegale Weise beschafft zu haben. Das Verfahren wird vor einem Bundesgericht in Kalifornien geführt.

Fotocredit: Apple
Der Weg des Leaks
Im Zentrum der Klage steht eine frühe Version von iOS 26. Damals noch unter dem Namen iOS 19 bekannt, tauchten zu dem kommenden Update Screenshots und Details auffallend früh in Prossers Kanälen auf. Wie sich nun zeigt, stammen diese Informationen aus einer aufgezeichneten Videokonferenz zwischen Prosser und Michael Ramacciotti. Der war zu diesem Zeitpunkt Mitbewohner eines Apple-Entwicklers namens Ethan Lipnik.
Ramacciotti nutzte Geodaten, um die Abwesenheiten Lipniks zu überwachen, verschaffte sich Zugriff auf dessen Entwickler-iPhone und zeigte Prosser in einem Videotelefonat das unfertige iOS. Prosser sicherte sich bei der Gelegenheit die Eindrücke per Bildschirmaufnahme.
Konsequenzen auf allen Seiten
Apple reagierte intern sofort. Lipnik wurde wegen Verletzung der Sicherheitsrichtlinien entlassen. Obwohl er offenbar selbst keine Leaks verbreitet hatte, war das Gerät anscheinend zu schwach gesichert.
Ramacciotti und Prosser stehen nun gemeinsam vor Gericht. Laut Klageschrift soll es auch finanzielle Absprachen gegeben haben. Prosser habe dem Mittelsmann Geld für die Informationen angeboten. Das ist ein besonders brisanter Vorwurf, der schwerer wiegt als das reine Veröffentlichen von Gerüchten.
Prossers Verteidigung
Jon Prosser meldete sich kurz darauf auf der Plattform X zu Wort. Dort erklärte er, er habe nie aktiv versucht, an sensible Daten zu gelangen. Alles, was er erhalten habe, sei ihm ungefragt zugetragen worden. Wie genau Ramacciotti an das Material gelangt war, sei ihm nicht bekannt gewesen. Weiterhin gibt Prosser an, dass er die Angelegenheit mit Apple klären will und hierfür auch über Belege verfügt, die seine Darstellung untermauern.
Was Apple jetzt erreichen will
In der Klage verlangt Apple unter anderem die Löschung aller gesammelten Daten, Unterlassung weiterer Veröffentlichungen und Schadenersatz für entgangene Gewinne. Zudem stehen weitere Strafzahlungen und die Erstattung von Anwaltskosten im Raum.
Sollte das Gericht zu Apples Gunsten entscheiden, könnte es für Prosser nicht nur bei dem Verfahren bleiben. Weitere strafrechtliche Konsequenzen nach dem US-Gesetz gegen Cyberkriminalität wären denkbar.
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