Britische Regierung rückt offenbar von iCloud-Hintertür ab

| 15:00 Uhr | 1 Kommentar

Anfang des Jahres wurde bekannt, dass die britische Regierung Apple im Geheimen dazu aufgefordert hatte, eine Hintertür für iCloud-Daten einzubauen. So wollte die Regierung einen Zugriff auf die Ende-zu-Ende-verschlüsselten Nutzerdaten erlangen. Besonders im Visier stand die Funktion „Advanced Data Protection“ (ADP), die Apple eingeführt hatte, um nahezu sämtliche iCloud-Daten so abzusichern, dass selbst Apple keinen Zugriff mehr darauf hat.

Apples Reaktion mit Signalwirkung

Die Forderung war in mehrfacher Hinsicht problematisch. Technisch, weil Apple selbst keine Schlüssel besitzt, um diese Daten zu entschlüsseln. Rechtlich, weil bereits etablierte Verfahren existieren, bei denen Strafverfolgungsbehörden unter richterlicher Aufsicht Zugang zu bestimmten Daten erhalten können. Und politisch, weil die britische Regierung den gesamten Vorgang unter Geheimhaltung abzuwickeln versuchte.

Apple konnte die Forderung rechtlich nicht offenlegen, reagierte jedoch auf indirekte, aber deutlich verständliche Weise. So kündigte das Unternehmen an, „Advanced Data Protection“ im Vereinigten Königreich nicht mehr anzubieten. Bestehende Nutzer sollten die Funktion deaktivieren, neue Nutzer könnten sie gar nicht erst aktivieren, erklärte Apple seinen Kunden.

In der Erklärung zeigte sich Apple „zutiefst enttäuscht“, dass diese Sicherheitsfunktion in Großbritannien nicht mehr verfügbar sein werde. Zugleich bekräftigte man erneut, nie eine Hintertür in irgendein Produkt eingebaut zu haben und dies auch in Zukunft nicht zu tun. Die Botschaft war klar: Wir können nicht öffentlich sagen, was gefordert wurde, aber wir zeigen es mit Taten.

US-Druck zeigt offenbar Wirkung

Wie nun berichtet wird, könnte die britische Regierung unter dem Druck der USA einlenken. Laut Informationen der Financial Times hält Washington den Streit für einen Stolperstein in dem bilateralen Technologieabkommen. Selbst hochrangige US-Vertreter sollen wiederholt deutlich gemacht haben, dass der britische Vorstoß gegen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung problematisch sei.

Ein Beamter des britischen Technologie-Ministeriums wird zitiert mit den Worten: „Das ist etwas, das dem US-Vizepräsidenten große Sorgen bereitet. Das Innenministerium wird zurückrudern müssen.“ Offenbar steht viel auf dem Spiel, nicht nur für Apple, sondern auch für die britische Regierung selbst.

Kategorie: Apple

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1 Kommentare

  • Gast1

    Die Engländer sind da mit ihren persönlichen Daten etwas wachsamer als der Rest der EU. Die lassen sich nicht mit einem einfachen DMA Gesetz über den Tisch ziehen . Hier in D muss man nur etwas von sparen und gutes für den Benutzer erzählen und man glaubt alles. Jetzt ist die Büchse der Pandora geöffnet und BND und andere Dienste können munter mitlesen. ( Ich empfehle da mal zum nachlesen Operation Rubikon )

    22. Juli 2025 | 9:24 Uhr | Kommentieren

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