Ein stiller, aber tiefgreifender Wandel zeichnet sich in Apples Lieferkette ab. War einst noch China die klare Nummer eins in Apples Lieferkette, nimmt nun für das US-Geschäft Indien diesen Platz ein. Das ist natürlich kein Zufall, sondern die Konsequenz der aktuellen Zollpolitik und einer langfristig angelegten Strategie des Tech-Konzerns aus Cupertino.

Apple bleibt Marktführer in den USA
Laut aktuellen Zahlen von Canalys gingen die iPhone-Auslieferungen in den USA im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11 Prozent zurück. Zwischen April und Juni wurden 13,3 Millionen Geräte verkauft, im Vorjahr waren es noch 14,9 Millionen. Trotz dieses Rückgangs bleibt Apple der erfolgreichste Smartphone-Hersteller auf dem US-Markt. Doch der Marktanteil schrumpfte von 56 auf 49 Prozent, was zum Teil auch an den vollen Lagern liegt, die Apple im ersten Quartal im Zuge der Zollstreitigkeiten über das normale Niveau aufgestockt hatte. Parallel dazu konnte Samsung seine Auslieferungen um 38 Prozent steigern und sich einen Marktanteil von 31 Prozent sichern.
Indien wird zum neuen Herz der iPhone-Produktion
Was Apples Absatzzahlen auf den ersten Blick nicht verraten, ist eine große Bewegung hinter den Kulissen. Noch im zweiten Quartal 2024 kamen rund 61 Prozent aller Smartphones für den US-Markt aus chinesischer Produktion. Ein Jahr später sind es nur noch 25 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil aus der indischen Fertigung auf 44 Prozent. Damit rückt Indien erstmals an die Spitze und verändert das globale Produktionsgefüge spürbar.
Apple arbeitet schon lange an diesem Wandel, indem das Unternehmen die Produktionskapazitäten in Indien kontinuierlich ausgebaut hat. Seit kurzem entstehen in dem Land auch erste Exemplare der iPhone 16 Pro Serie. Auch wenn China für die Deckung der Gesamtnachfrage weiterhin unerlässlich bleibt, wird deutlich, dass Indien längst nicht mehr nur Plan B ist.
Die Spannungen zwischen den USA und China machen es notwendig, Risiken breiter zu streuen. Apple verfolgt mit seiner „China Plus One“-Strategie genau dieses Ziel. Indien profitiert davon nicht nur durch ein größeres Auftragsvolumen, sondern auch durch den Ausbau der industriellen Infrastruktur vor Ort.
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