5.091 Tage an der Spitze: Tim Cook schreibt Apple-Geschichte

| 20:22 Uhr | 1 Kommentar

Am 1. August 2025 hat Tim Cook einen stillen, aber bedeutenden Meilenstein erreicht. Mit 5.091 Tagen an der Spitze von Apple hat er seinen Vorgänger Steve Jobs in der Dauer des CEO-Amts überholt. Ein Moment, der zur Rückschau einlädt und zugleich zeigt, wie sich Apple unter zwei sehr unterschiedlichen Führungspersönlichkeiten entwickelt hat.

Fotocredit: Apple

Die längste CEO-Ära in Apples Geschichte

Am 24. August 2011 ging eine Ära zu Ende. Nach einer monatelangen Auszeit wegen gesundheitlicher Probleme trat Konzernchef Steve Jobs zurück, da er seinen Verpflichtungen „nicht mehr nachkommen kann“, wie er in einem Schreiben an den Apple-Aufsichtsrat und die Apple-Community erklärte. Der Apple-Aufsichtsrat stimmte dem Vorschlag von Jobs zu und ernannte Tim Cook zum neuen CEO.

Jobs leitete Apple in zwei Etappen. Zunächst als Interims-CEO ab dem 16. September 1997 für 841 Tage. Dann als offizieller CEO vom 5. Januar 2000 bis zu seinem Rücktritt am 24. August 2011. Insgesamt waren es 5.090 Tage. Cook trat direkt im Anschluss an und leitet Apple seither ohne Unterbrechung als CEO.

Zwei Führungsstile, ein Unternehmen

Cook hatte viel gelernt von Jobs und dabei seinen eigenen Führungsstil entwickelt. Im Vergleich zu Jobs‘ unverblümten Hingabe an das Design wird Cook als methodischer und auf Finanzen (aber auch soziales Wohl) bedacht beschrieben. Cook besucht laut diversen Berichten nur selten das Designstudio von Apple, in dem Jobs ein Dauergast war. Dennoch verfolgt Apple immer noch die gleichen Ziele, die Jobs eingeführt hatte. Dabei sieht Cook seinen damaligen Chef nicht nur als Mentor. Wie er auf der Dreamforce-Konferenz im Jahr 2019 erklärte, verbindet ihn viel mehr mit Jobs:

„Ich kann ihn und seine Gegenwart spüren, wenn ich hierherkomme. Es weckt viele Erinnerungen. […] Wenn die Leute an Steve denken, denken sie an Produkte. Aber ich denke wirklich an die einfachen Dinge, die er getan hat. Jeden Tag verließ er das Büro, bevor ich es tat, aber er kam immer an meinem Büro vorbei, bevor er ging, und tauschte die Neuigkeiten des Tages aus. Es sind die einfachen Dinge wie diese – die Freundschaft -, die ich empfinde. Ich erinnere mich daran, dass er öfters auf der Bühne geprobt hatte und sich dabei irgendwie so weit vom Skript entfernte, wie es nur möglich war, und die Leute dabei zum Lachen brachte.“

Produkte, die Apple prägten

Jobs gilt als der kreative Kopf hinter dem iMac, iPod, iPhone und iPad. Unter seiner Leitung wurden Produkte eingeführt, die Technologie für viele neu definierten. Doch auch Cook prägte das Portfolio nachhaltig. Die Apple Watch, AirPods, der HomePod, AirTag und zuletzt das Vision Pro Headset tragen seine Handschrift.

Auch softwareseitig zeigte sich ein Wandel. Jobs etablierte Plattformen wie iTunes, Mac OS X, Safari und iOS. Cook wiederum führte Dienste wie Apple Music, Apple TV+, Apple Pay sowie Apple Arcade ein und legte mit Apple Intelligence den Grundstein für die Integration künstlicher Intelligenz im Produktportfolio.

Wirtschaftlicher Aufstieg in zwei Phasen

Jobs leitete den dramatischen Turnaround der Firma ein. Unter seiner Führung entstanden nicht nur neue Produkte, sondern auch das neue Retail-Geschäft und die Vision des Apple Park.

Cook baute auf diese Arbeit auf und führte Apple erfolgreich zur wertvollsten Börsengesellschaft der Welt. Mit einem Rekordwert von 3 Billionen US-Dollar im Jahr 2022 und strategischen Zukäufen wie Beats und Shazam festigte er Apples Position im Markt. Dabei verwandelte er Apple auch in ein Service-Unternehmen mit kontinuierlichen Einnahmequellen.

Wie MacRumors anmerkt, zeigt Tim Cook keine Anzeichen für einen baldigen Rücktritt. Ein offizieller Nachfolger steht bislang nicht bereit. Möglich ist sogar, dass Cook künftig auch den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden übernimmt. Die Geschichte von Apple unter seiner Führung ist also noch nicht auserzählt.

Kategorie: Apple

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1 Kommentare

  • Robert

    Apple ist stinklangweilig geworden, seit vielen Jahren. Ja, die Qualität ist zumeist sehr gut und ja, es gibt Dinge die Apple gut macht (M Prozessoren zum Beispiel), aber jeder chinesische Handyanbieter ist weit voraus, auch die PC sind sehr gut, Notebooks gibt es auch sehr sehr gute mittlerweile in der PC Welt mit ARM ec. – also ich sehe das Apple sich abhängen lässt. Und den KI Zug hat Apple vollens verschlafen und schafft es nicht annähernd hier Fuß zu fassen – vor lauter Gier um noch höhere Kurse zu erzielen. Fazit: Cook steht für Aktionäre, gut, aber die Story ist durch, Apple fällt ab. Ich habe meine Apple Aktien alle verkauft.

    02. Aug. 2025 | 8:33 Uhr | Kommentieren

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