Im Sommer gibt es mehrere wiederkehrende Aufgaben im Garten, die mitunter Zeit kosten können. Während einige Gartenfreunde beim Rasenmähen, Hecke schneiden, Bewässern, Unkraut jäten oder was auch immer, abschalten und entspannen können, gibt es die andere Fraktion, die möglichst viel Zeit auf der Terrasse verbringen möchte und sich bei der Gartenarbeit durch Automatisierung helfen lässt.
Besonders populär dürften Mähroboter sein, die in den letzten Jahren verstärkt den Weg in die heimischen Gärten gefunden haben. Dies könnte daran liegen, dass immer leistungsstärkere und leichter zu installierende Modelle auf den Markt gekommen sind. Ein weiterer Zeitfresser im Garten ist die Bewässerung. Bewässert man von Hand? Benutzt man den klassischen Rasensprinkler? Setzt man auf ein im Rasen verlegtes Bewässerungssystem?
Die Möglichkeiten sind vielfältig und seit Kurzem habt ihr eine weitere Option. Die Rede ist von Aiper IrriSense. Bei Aiper IrriSense handelt es sich um eine smarte Rasen- bzw. Gartenbewässerung mit Kartierungsfunktion. Aiper – der Marktführer für kabellose Poolroboter – erschließt somit ein weiteres Betätigungsfeld. Nachdem wir schon den ein oder anderen Poolroboter von Aiper ausprobieren könnten, haben wir uns nun den smarten Sprinkler des Herstellers näher angeguckt und getestet.

Aiper IrriSense im Test
Mit IrriSense hat Aiper eine vollständig vernetzte Lösung für die smarte Gartenbewässerung auf den Markt gebracht. Und genau das haben wir uns näher angeguckt. Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, bietet Aiper IrriSense eine sehr komfortable Möglichkeit der automatisierten Rasenbewässerung. Die Installation könnte nicht leichter sein und die Zeitersparnis sowie Flexibilität können sich wirklich sehen lassen.
Blicken wir zunächst auf die Installation. Der Hersteller spricht von einer einfachen Einrichtung in nur 15 Minuten. Genau das können wir so unterstreichen. Ihr müsst weder einen Graben ziehen, um Leitungen unterirdisch zu verlegen, noch benötigt ihr Werkzeuge und benötigt auch keine externe Hilfe bzw. eine dritte oder vierte Hand.
Ihr positioniert den knapp 60cm hohen und 4,8kg schweren smarten Sprinkler an der vorgesehen Stelle und fixiert diesen mit den vier inkludierten Heringen bzw. Kunststoff-Schrauben sowie einem ebenfalls inkludierten Dorn. Nun verbindet ihr Aiper IrriSense mit einer handelsüblichen Gartenwasserleitung. Passende Adapter sowie ein Rückschlagventil, um das eigene Hauswassersystem vor Verunreinigung durch Rückfluss zu schützen, sind ebenfalls im Lieferumfang enthalten. Im nächsten Schritt verbindet ihr IrriSense mit dem Netzteil. Das Kabel ist ausreichend lang, um auch eine Steckdose in 10m Entfernung zu erreichen.
Nun geht es mit der Aiper App weiter. In der App findet ihr eine klassische Installationsmöglichkeit vor. Ihr klickt auf das (+), wählt dort das Gerät manuell aus, scannt den aufgedruckten QR-Code oder sucht per Bluetooth nach dem Gerät. Wir haben uns für die Bluetooth-Variante entschieden und IrriSense wurde in der App auch direkt erkannt. Allerdings hat sich unser iPhone trotz mehrerer Versuche nicht mit dem Gerät verbunden. Ein rund 10-sekündiges Drücken des Knopfes auf IrriSense sorgte für eine Wiederherstellung des Gerät. Die Installation konnte nun fortgesetzt werden und nach dem Verbinden mit einem WLAN-Netzwerk wurde erstmal ein frisches Firmware-Update geladen (mittlerweile wurde ein zweites Firmware-Update ausgeliefert). Das Ganze dauerte jeweils rund 10 Minuten.

Anschließend ging es ans Eingemachte und das Erstellen der Bewässerungskarte. Dabei wirft IrriSense einen Wasserstrahl aus und genau diesen könnt ihr über die App und ein kleines Joypad steuern. Im Grunde bewegt ihr damit den Rotationskopf des Sprinklers nach links oder rechts und könnt gleichzeitig die Auswurfweite verlängern oder verkürzen. Auf diese Art und Weise legt ihr Punkte entlang eurer Rasenfläche fest, so dass diese am Ende der Kartierung abgebildet ist. Das klappte in unserem Fall problemlos. Man muss sich eimal mit der Steuerung und dem Joypad vertraut machen und schon ist die Bewässerungskarte in wenigen Minuten erstellt.

Ist dies abgeschlossen, so könnt ihr im nächsten Schritt einen Bewässerungsplan erstellen. Wann und an welchen Tagen soll bewässert werden? Wie soll die Bewässerungstiefe sein? Sprich: Wieviel Wasser soll auf die Rasenfläche geregnet werden? Soll der integrierte Regensensor verwendet werden? Bei unerwartetem Regen stoppt der eingebaute Regensensor die Bewässerung nach 1 Minute und bricht den für den Tag verbleibenden Bewässerungsplan ab. Die Bewässerung wird ebenfalls angepasst, wenn das System bevorstehenden Regen oder hohe Luftfeuchtigkeit erkennt. Das vermeidet zum einen über Überwasserung und zum anderen werden die Wasser-Ressourcen geschont.

Bei der Bewässerung setzt Aiper auf die selbst entwickelte EvenRain-Technologie für eine gleichmäßige Wasserverteilung auf Flächen bis zu 445qm. Das System simuliert dabei einen natürlichen Landregen und schützt mit seinen sanften Strahlen auch empfindlichen Boden und neu eingesäte Flächen. Die adaptive Re-Spray-Funktion sorgt nach dem Bewässern der äußeren Zone automatisch für eine kürzere Sprühdistanz – so werden auch schwer erreichbare Bereiche effizient mit Wasser versorgt. Das verhindert blinde Flecken, ohne unnötige Überlappung zu verursachen.
Das Ganze klapte bei unserem Test ziemlich gut. Der Hersteller spricht von einer Sprühdistanz von 2 bis 12 Metern. In unserem Fall waren es rund 1,5m bis 11m. Dabei dürfte die Sprühweite vom anliegenden Wasserdruck und vom gerade vorherrschenden Wind abhängig sein. Im Kopf des zylindrischen Körpers von Aiper IrriSense ist ein Manometer verbaut, der euch den Wasserdruck anzeigt. Der Wasserbedarf (Eingabe) liegt bei einer Durchflussrate von 26 l/min bei einem konstanten Wasserdruck von 45 psi oder 2,0 bar.

Welche Zusatz-Features hat IrriSense noch zu bieten? Der Sprinkler bietet einen Winter-Entwässerungsmodus. Dieser verhindert Schäden durch Frost, indem das Wasser aus dem System abgelassen wird. In jedem Fall eine praktische Funktion, so dass man den Sprinkler auch mal im Herbst / Winter im Garten vergessen kann. Ob ihr auf „Nummer Sicher“ gehen möchtet, und das Gerät zum Winter abbaut und im Keller oder Gartenhaus verstaubt, bleibt euch überlassen.
Alles in allem hinterlässt Aiper IrriSense einen sehr guten Eindruck auf uns. Ist das Gerät einmal positioniert und installieren (die Einrichtung ist wirklich ein Kinderspiel), läuft die Bewässerung wie von selbst. Über die App könnt ihr personalisierte Bewässerungspläne festlegen – inklusive Frequenz, Uhrzeit, Wochentagen und gewünschter Wassermenge. Im Anschluss übernimmt das System die Steuerung vollautomatisch. Dank Regensensor und Online-Anbindung (Wetterdaten) wird die Bewässerung im Bedarfsfall angepasst.

Jeder Garten ist anders. Passt IrriSense mit seinen rund 12m Sprühweite zu euren Gegebenheiten? Könnt ihr eure Rasenfläche abdecken oder benötigt ihr ein zweites Gerät (was den doppelten Anschaffungspreis zur Folge hat). In jedem Fall ist der smarte Sprinkler ein idealer Helfer für den Garten, der euch das Bewässern eures Rasens auf intelligente Art und Weise abnimmt und euch so Zeit für andere Dinge spart.
In der Vergangenheit haben wir andere Hersteller bereits für ihre Übersetzung ins Deutsche kritisiert. Auch bei Aiper klingen machen Übersetzungen in der App unrund. Da könnte der Hersteller definitiv noch einmal nachbessern.

Sprechen wir noch über den Preis. Die unverbindliche Preisempfehlung für den Aiper IrriSense beträgt 649 Euro. Ganz ehrlich? Das ist eine Menge Geld, bei der viele Interessenten sicherlich ins Grübeln kommen. Erfreulicherweise ist der Straßenpreis bereits deutlich gesunken. So erhaltet ihr das Gerät bei Amazon für rund 100 Euro preiswerter, so dass ihr nur 551 Euro bezahlt. Aber auch Aiper selbst hat im hauseigenen Online-Shop massiv an der Preisschraube gedreht und bietet den Aiper IrriSense aktuell für 549 Euro an. Dieser Preis liest sich in jedem Fall deutlich angenehmer als der UVP. Ein „klassisches“ Bewässerungssystem mit Magnetventilen etc., bei der Zuleitungen im Rasen verlegt werden müssen, dürfte auch nicht viel preiswerter sein und bringt einen deutlich höheren Installationsaufwand mit sich.
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Schlussendlich entscheidet ihr, ob ihr einen Rasensprinkler überhaupt benötigt. Falls ihr zu dem Schluss kommt, euren Garten weiter zu automatisieren und euch die Bewässerung des Rasens abnehmen zu lassen, so zieht Aiper IrriSense in jedem Fall in die engere Auswahl.






Aber 650€ ist schon eine Ansage für einen Rasensprenger. Das ist ja noch teurer als Gardenia.