Die Forschung zur direkten Verbindung zwischen Gehirn und Computer reicht inzwischen mehrere Jahrzehnte zurück. Immer wieder wurden beeindruckende Prototypen gezeigt, doch der Alltagseinsatz blieb bislang auf Spezialanwendungen beschränkt. Apple bringt diese Technologie auf ein neues Niveau. In einem Video wird nun erstmals gezeigt, wie ein Mensch mit einem implantierten System gezielt durch iPadOS navigiert, ohne dabei auf Sprache, Berührung oder Blicksteuerung angewiesen zu sein. Im Mittelpunkt steht dabei Apples neues Brain-Computer-Interface (BCI) in Verbindung mit dem „Stentrode“-Implantat des Neurotechnologieunternehmens Synchron.

Ein iPad nur mit Gedanken bedienen
Im Video zur klinischen Studie ist Mark zu sehen, ein an ALS erkrankter Teilnehmer, der Apps öffnet, Texte schreibt und durch Menüs navigiert. Alles nur mit seiner Gedankenkraft. Dabei kommt keine Hand, kein Blick, keine Stimme zum Einsatz.
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht „Stentrode“, ein flexibles Elektrodengeflecht, das am motorischen Kortex des Gehirns implantiert wird. Das Geflecht legt sich an die Innenwände der Venen an. Das Gerät verfügt über 16 Elektroden, die motorische Gehirnaktivitäten erfassen können, ohne dass eine Operation am offenen Gehirn erforderlich ist.
Die neuronalen Signale werden in digitale Befehle übersetzt, die es dem Benutzer ermöglichen, mit einer Schnittstelle zu interagieren. So werden Hirnsignale erfasst, die Bewegungsabsichten ausdrücken. Diese werden drahtlos an einen externen Decoder übertragen. Der Decoder verbindet sich per Apples BCI HID-Protokoll direkt mit dem iPad und steuert es über die integrierte Bedienhilfe „Schaltersteuerung“.
Apples Software passt sich an die Gedanken an
Die Besonderheit liegt nicht nur in der Hardware. Das BCI HID-Protokoll sorgt für eine dynamische Schnittstelle, die auf den Bildschirminhalt reagiert und passende Auswahlmöglichkeiten anbietet. So wird aus einem Gedankenbefehl eine flüssige Bedienung. Dr. Tom Oxley, CEO von Synchron, spricht in dem Zusammenhang von einem Wendepunkt in der Interaktion zwischen Mensch und Maschine.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
0 Kommentare