Die Connectivity Standards Alliance überrascht mit einem außerplanmäßigen Update für den Smart-Home-Standard Matter. Version 1.4.2 erscheint bereits wenige Monate nach dem Mai-Release und durchbricht damit den gewohnten halbjährlichen Rhythmus. Auch wenn es sich nur um ein kleineres Update handelt, bringt die neue Version durchaus bedeutsame Verbesserungen mit sich.

Verbesserte Sicherheit
Bei der Sicherheit setzt Matter 1.4.2 auf mehrere neue Mechanismen. Die „Vendor ID“ Verifizierung ermöglicht es Matter Controllern, zu überprüfen, ob die auf einem Gerät installierten Administratoren wirklich vom angegebenen Hersteller stammen. „Access Restriction Lists“ geben Netzwerkgeräten wie Routern und Access Points die Möglichkeit, den Zugriff auf sensible Einstellungen zu beschränken. Das schützt vor Manipulationen und Fehlkonfigurationen. Zusätzlich unterstützt eine Zertifikatswiederrufsliste den Ausschluss kompromittierter Geräte. So sollen Nutzer vor betrügerischer Hardware geschützt werden, bevor diese ins Heimnetz integriert wird.
WLAN-Geräte kommen ohne Bluetooth aus
Eine weitere wichtige Neuerung betrifft die Einrichtung reiner WLAN-Geräte. Bisher war zusätzlich zu WiFi auch Bluetooth Low Energy für die Ersteinrichtung erforderlich. Mit der neuen „WiFi Unsynchronized Service Discovery“ können Hersteller nun auf die Bluetooth-Komponente verzichten. Das reduziert nicht nur die Hardware-Komplexität und senkt Kosten, sondern ermöglicht auch etwas Bemerkenswertes. Bestehende WLAN-Produkte lassen sich jetzt durch Firmware-Updates auf Matter umstellen, ohne dass eine Hardware-Überarbeitung nötig wird.
Die Einrichtungserfahrung soll dabei unverändert einfach und konsistent bleiben. Für Nutzer ändert sich praktisch nichts, während Hersteller deutlich flexibler werden und ihre bestehenden Produktlinien kostengünstiger auf Matter umstellen können.
Weitere Neuerungen
Matter 1.4.2 hält noch einige weitere Neuerungen parat. Durch „Quieter Reporting“ reduziert das Update die überflüssige Kommunikation im Netzwerk. Außerdem bringt die neue Version Verbesserungen für die Automatisierung mit sich. So können Controller jetzt standardisiert Szenen für mehrere Matter-Geräte definieren und aktivieren.
Mit Version 1.4.2 steigen jedoch die Mindestanforderungen. Border Router müssen mindestens Thread 1.4 unterstützen und 150 Geräte gleichzeitig verwalten können. WLAN-Zugangspunkte benötigen Unterstützung für 100 gleichzeitige Verbindungen und „Target Wake Time“ für eine verbesserte Energieeffizienz.
Alle weiteren Informationen zu Matter 1.4.2 findet ihr auf der Webseite der Connectivity Standards Alliance.
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