Apples neues „Liquid Glass Design“ in iOS 26 sorgt für gemischte Reaktionen. Was einige Kritiker als überflüssige Designspielerei abtun, könnte jedoch der Schlüssel zu Apples nächster großer iPhone-Revolution sein. So sieht der erfahrene App-Entwickler Craig Hockenberry in der umstrittenen Designsprache mehr als nur optische Kosmetik.

Fotocredit: Apple
Liquid Glass erscheint (über)flüssig
Anders als der Übergang von iOS 6 zu iOS 7, der damals eine spürbare Vereinfachung der Benutzeroberfläche brachte, hat niemand nach mehr „flüssigem Glas“ im Interface verlangt. Doch Hockenberry bemerkte während Apples WWDC-Präsentation eine auffällige Gewichtung. Apple investierte überraschend viel Zeit in die Demonstration von Glasblöcken und deren physikalischen Effekten, ohne die zentrale Frage zu beantworten, warum diese Designänderung überhaupt notwendig ist.
Die Antwort liegt laut Hockenberry auf der Hand. Nicht die Nutzer brauchen „Liquid Glass“, sondern Apple selbst.
Versteckte Hinweise im Code
Beim Anpassen seiner Apps für iOS 26 entdeckte Hockenberry ein klares Muster in Apples Designvorgaben. Steuerelemente und Container dürfen niemals den Bildschirmrand berühren. Diese Anforderung erinnert stark an die „Safe Area Insets“ von iOS 11, die damals ebenfalls rätselhaft wirkten. Erst mit dem iPhone X wurde der Grund klar. Die damals neue Notch und der Home-Indikator am unteren Rand brauchten einen geschützten Bereich.
Hockenberry vermutet nun, dass Apples aktuelle Designrichtlinien auf „Wraparound“-Displays vorbereiten, bei denen der Bildschirm nahtlos in die Gehäusekante übergeht. Eine flexible OLED-Technologie würde solche Displays ermöglichen.
Vorbereitungen für das randlose iPhone
Diese Theorie gewinnt durch aktuelle Berichte an Glaubwürdigkeit. Die koreanische Publikation ETNews berichtete bereits über Apples Entwicklung von „Four-Edge-Bending“-Displays, die sich um alle vier Seiten des Geräts „winden“ würden. Bloomberg und The Information bestätigen ähnliche Gerüchte über ein „größtenteils aus Glas bestehendes, gebogenes iPhone ohne jegliche Notch“. Das Modell soll angeblich im Jahr 2027 zum 20-jährigen Jubiläum auf den Markt kommen.
Das Jubiläumsmodell soll das bieten, was Apples ehemaliger Designchef Jony Ive ursprünglich für das iPhone vorgesehen hatte. So hat sich Ive lange Zeit für ein iPhone eingesetzt, das „wie eine einzige Glasscheibe“ aussehen sollte. Dabei könnten alle Außenflächen des Geräts aus Glas bestehen und so ein nahtloses Erscheinungsbild bieten.
Falls Hockenberrys Vermutung zutrifft, bereitet uns iOS 26 bereits heute auf Apples ambitioniertestes iPhone-Design vor. Was heute wie unnötige Designkomplexität aussieht, könnte morgen die Grundlage für die nächste iPhone-Generation bilden. Natürlich benötigt man für die von Hockenberry beschriebenen Vorgaben nicht zwingend ein Glas-Design, doch womöglich dient der Effekt als visuelle Vorbereitung auf das Jubiläums-iPhone.
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