WhatsApp wird in den kommenden Wochen eine bedeutende Änderung in der Europäischen Union einführen. So ermöglicht die Plattform erstmals die Kommunikation mit Nutzern anderer Messaging-Dienste. Auch wenn die Öffnung eine klare Ansage der EU und des Digital Markets Act ist, erklärt Meta, dass man ohnehin an einer Unterstützung für Drittanbieter gearbeitet hat.

WhatsApp öffnet sich
Die ersten beiden Dienste, die WhatsApp unterstützen wird, heißen BirdyChat und Haiket. Meta hat beide Partner in den vergangenen Monaten ausgiebig getestet und für bereit befunden. Wer möchte, kann also in naher Zukunft in WhatsApp Nachrichten, Bilder, Sprachnachrichten, Videos und Dateien mit Nutzern dieser Drittanbieter austauschen. Gruppenunterhaltungen mit Teilnehmern verschiedener Plattformen sollen ebenfalls möglich werden, sobald die Partner diese Funktion technisch umsetzen können.
Sicherheit bleibt Priorität
Ein entscheidender Punkt bei der Umsetzung war die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Meta besteht darauf, dass alle angebundenen Dienste denselben Verschlüsselungsstandard wie WhatsApp verwenden. Die Anforderung soll sicherstellen, dass die Privatsphäre der Nutzer auch bei plattformübergreifender Kommunikation geschützt bleibt. Der Digital Markets Act schreibt hohe Sicherheitsstandards ohnehin explizit vor.
Die Funktion wird zunächst ausschließlich für mobile Geräte verfügbar sein. Meta erwähnt weder Web- noch Desktop-Anwendungen in der zugehörigen Ankündigung, was darauf hindeutet, dass Web- und Desktop vorerst außen vor bleiben.
So funktioniert die Aktivierung
WhatsApp-Nutzer in Europa werden in den kommenden Monaten eine Benachrichtigung in den App-Einstellungen sehen. Diese erklärt, wie sie die Verbindung zu Drittanbieter-Diensten aktivieren können. Die Nutzung bleibt freiwillig. Wer seine Kommunikation lieber ausschließlich innerhalb des WhatsApp-Ökosystems belassen möchte, kann das also weiterhin tun.
Meta betont, dass die Arbeit an der Interoperabilität bereits seit über drei Jahren läuft. Das Unternehmen hat dabei eng mit europäischen Messaging-Diensten und der Europäischen Kommission zusammengearbeitet. Interessanterweise behauptet Meta, dass die Entwicklung nicht ausschließlich aufgrund des Digital Markets Act begonnen wurde, sondern bereits vorher in Arbeit war.
In den kommenden Monaten will Meta das Angebot schrittweise ausbauen und weitere Funktionen hinzufügen. Wie genau diese Erweiterungen aussehen werden, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass sich WhatsApp damit grundlegend verändert und zum ersten Mal über seine eigenen Plattformgrenzen hinauswächst.
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