Google hat eine Funktion angekündigt, die vielen Nutzern bereits seit Jahren fehlt. Ab sofort lassen sich Dateien zwischen iOS und Android austauschen. Zumindest, wenn man eines der neuen Pixel 10 Modelle besitzt. Es ist zu erwarten, dass die Kompatibilität bald für ältere Geräte erweitert wird.

Fotocredit: Google
So funktioniert AirDrop mit Android
Die Einrichtung bleibt bewusst simpel. iPhone-Nutzer müssen die AirDrop-Sichtbarkeit auf „10 Minuten für alle“ einstellen, um Dateien von einem Pixel 10 empfangen zu können. Der Transfer erscheint dann wie gewohnt als AirDrop-Benachrichtigung und lässt sich per Fingertipp annehmen. Auf der Android-Seite aktivieren Pixel-Besitzer entweder denselben Zeitrahmen oder wechseln in den Empfangsmodus von Quick Share. Empfangene Dateien landen automatisch in der jeweiligen Dateien-App.
Google betont die Sicherheitsarchitektur der Lösung. So erfolgt die Verbindung direkt zwischen den Geräten ohne Umweg über externe Server. Vor jedem Transfer muss der Empfänger zustimmen. Dabei zeigen beide Geräte zur Verifikation den Namen des Gegenübers an.
Apple wurde vor vollendete Tatsachen gestellt
Die Entwicklung verlief allerdings ungewöhnlich. Google hat die Funktion komplett eigenständig entwickelt und Apple offenbar mit der öffentlichen Ankündigung überrascht. Während beide Unternehmen in der Vergangenheit bei RCS-Nachrichten oder der Tracker-Erkennung kooperierten, war Apple diesmal nicht involviert. Google nutzte eine eigene Implementierung mit der Programmiersprache Rust als Verbindungsschicht zwischen beiden Systemen.
Jetzt könnte man sich die Frage stellen, ob Apple gegen die Google Lösung vorgeht. So weckt Googles Vorgehensweise Erinnerungen an den Fall Beeper10MORE. Das Startup hatte im Jahr 2023 versucht, iMessage auf Android-Geräte zu bringen und dafür Apples Protokolle nachgebaut. Apple stoppte den Dienst konsequent. Die aktuelle Situation unterscheidet sich jedoch in einem wesentlichen Punkt: Google ist kein kleines Startup, das einer Auseinandersetzung mit Apple aus dem Weg gehen würde. Zudem steht Apple heute unter stärkerem regulatorischem Druck als noch vor zwei Jahren. Somit stehen nun die Chancen besser, dass Cupertino nicht gegensteuert.
Google will die Funktion gerne erweitern, denn derzeit benötigt man für den AirDrop-Datenaustausch noch den „10 Minuten für alle“-Modus. Das Unternehmen arbeitet daran, dass auch der „Nur für Kontakte“-Modus unterstützen wird, benötigt dafür aber Apples Kooperation. Ob Apple sich dazu bereit erklärt, bleibt abzuwarten.
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