Russland blockiert Apples FaceTime im Rahmen verschärfter Kommunikationskontrollen

| 21:50 Uhr | 0 Kommentare

Wie Reuters berichtet, hat die russische Regierung Apples FaceTime landesweit gesperrt. Damit setzt Moskau seinen Kurs fort, verschlüsselte Kommunikationswege systematisch einzuschränken. Neben dem Apple-Dienst wurden diese Woche auch das soziale Netzwerk Snapchat sowie die Gaming-Plattform Roblox blockiert.

Bereits zahlreiche Dienste sind betroffen

FaceTime reiht sich damit in eine lange Liste gesperrter Dienste ein. Facebook, Instagram, Twitter, Discord und LinkedIn sind in Russland bereits seit längerer Zeit nur noch über VPN-Verbindungen erreichbar. YouTube wird durch technische Maßnahmen so stark gedrosselt, dass eine normale Nutzung kaum möglich ist. TikTok zeigt russischen Nutzern seit 2022 ausschließlich einen nationalen Feed ohne internationale Inhalte. Die Messenger-Dienste Viber und Signal sind vollständig gesperrt. Während WhatsApp und Telegram zwar noch für Textnachrichten funktionieren, sind Sprach- und Videoanrufe seit Anfang des Jahres laut diversen Berichten nicht mehr möglich.

Der Zeitpunkt der FaceTime-Sperre ist kein Zufall. Nachdem die russischen Behörden zunächst die populäreren Dienste wie WhatsApp und Telegram ins Visier genommen hatten, wichen viele Nutzer auf Apples Videochat aus. Diese Ausweichbewegung machte FaceTime zwangsläufig zum nächsten Ziel auf der Liste der Behörden.

Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor behauptet, der Dienst werde zur Organisation terroristischer Aktivitäten, zur Rekrutierung von Tätern sowie für Betrug genutzt. Die Sperre erfolgt offenbar auf Netzwerkebene. So erscheint beim Verbindungsversuch lediglich die Meldung, dass der gewünschte Kontakt nicht verfügbar sei. Die App selbst lässt sich weiterhin öffnen und aktivieren. Apple hat FaceTime also nicht aus dem russischen App Store entfernt. Mit einem funktionierenden VPN dürfte der Dienst somit theoretisch weiterhin nutzbar sein.

Kategorie: Apple

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