Bieterschlacht mit Netflix: Paramount will Warner Bros. Discovery komplett übernehmen

| 18:35 Uhr | 0 Kommentare

Der geplante Verkauf von Teilen des Medienkonzerns Warner Bros. Discovery an Netflix steht vor einer unerwarteten Hürde. So hat sich Paramount mit einem Gegenangebot direkt an die Aktionäre gewandt und den amtierenden Vorstand dabei übergangen. Mit dem Vorgehen will Paramount die erst kürzlich vereinbarte Transaktion verhindern.

Fotocredit: Paramount Global

Zwei unterschiedliche Konzepte

Die beiden Angebote unterscheiden sich grundlegend in ihrer Ausrichtung. Netflix möchte für 82,7 Milliarden Dollar gezielt das Filmstudio und den Streamingdienst HBO Max erwerben. Netflix bietet hierbei 27,75 Dollar pro Aktie, was einem Eigenkapitalwert von 72 Milliarden Dollar entspricht, während die restlichen Milliarden auf die Übernahme bestehender Schulden entfallen. Die Nachrichtensender und Kabelkanäle würden bei diesem Modell als eigenständiges Unternehmen weitergeführt.

Paramount verfolgt einen anderen Ansatz und bietet den Aktionären 30 Dollar pro Anteilsschein für das gesamte Unternehmen. Diese Bewertung ergibt zusammen mit den bestehenden Verbindlichkeiten eine Summe von rund 108 Milliarden Dollar. Paramount begründet sein Vorgehen damit, dass eine Zerteilung von Warner Bros. Discovery dessen Zukunftsfähigkeit schwächen würde. Die Aktionäre hätten bei einer vollständigen Übernahme bessere Aussichten als bei einem Teilverkauf, führt der Konzern weiter aus.

Offene Fragen bei beiden Szenarien

Unabhängig davon, welches Angebot sich durchsetzt, werden die Wettbewerbsbehörden das Vorhaben genau prüfen. Bei einer Übernahme durch Netflix würde der Streaming-Anbieter durch den Erwerb etablierter Filmstudios seine Marktmacht erheblich vergrößern. Kritiker sehen darin potenzielle Nachteile für kleinere Anbieter und für das Publikum. Netflix argumentiert hingegen, dass Unternehmen wie Amazon, Apple, YouTube und TikTok für ausreichend Wettbewerb sorgen. Eine Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery würde hingegen zwei traditionelle Studiogrößen vereinen und damit ebenfalls Fragen zur Marktkonzentration aufwerfen. In beiden Fällen dürfte die regulatorische Genehmigung Zeit in Anspruch nehmen und ist keineswegs garantiert.

Kategorie: Apple

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