Spotify führt mit den sogenannten „Prompted Playlists“ eine neue Funktion ein, die das Verhältnis zwischen Nutzer und Algorithmus grundlegend verändern soll. Mit der Funktion können Nutzer in natürlicher Sprache beschreiben, was Spotify abspielen soll, wobei sie so konkret oder allgemein sein können, wie sie möchten. Die „Prompted Playlists“ werden jedoch zunächst nur in Neuseeland in der Beta-Version angeboten.

Mehr Kontrolle bei Song-Vorschlägen
Bisher arbeitete der Spotify-Algorithmus weitgehend im Verborgenen. Funktionen wie „Dein Mix der Woche“ oder der „Release Radar“ analysieren das Hörverhalten und liefern darauf basierend Vorschläge. Der Nutzer bleibt dabei ein passiver Empfänger. Mit „Prompted Playlists“ haben Musik-Fans nun direkt Einfluss auf die Empfehlungen.
Die neue Funktion erlaubt es, in natürlicher Sprache zu beschreiben, welche Musik man hören möchte. Spotify durchforstet daraufhin die gesamte Hörhistorie des Nutzers und erstellt basierend auf den Hörgewohnheiten eine maßgeschneiderte Playlist.
Die Möglichkeiten sind dabei durchaus vielfältig. Nutzer können etwa nach Musik ihrer meistgehörten Künstler der letzten fünf Jahre fragen und gleichzeitig verlangen, dass nur weniger bekannte Stücke auftauchen. Für sportliche Aktivitäten lassen sich Playlists zusammenstellen, die mit energiegeladenen Pop- und Hip-Hop-Tracks beginnen und gegen Ende in ruhigere Titel übergehen.
Jeder Vorschlag wird mit einer kurzen Erklärung versehen, warum genau dieser Song zur Anfrage passt. Die Playlists können außerdem täglich oder wöchentlich automatisch aktualisiert werden.
Einschränkungen zum Start
Allerdings gibt es zum Launch einige Limitierungen. Die Funktion versteht vorerst nur englische Eingaben. Zudem bleibt der Zugang zunächst auf Neuseeland beschränkt, ohne dass Spotify einen konkreten Zeitplan für weitere Märkte genannt hat.
Ob die „Prompted Playlists“ tatsächlich so flexibel funktionieren wie versprochen, wird sich erst im Praxistest zeigen. Beta-Versionen bringen erfahrungsgemäß noch Anlaufschwierigkeiten mit sich. Zudem hängt die Qualität der Ergebnisse stark davon ab, wie gut das System natürliche Sprache interpretiert. Für Künstler könnte die Funktion neue Wege eröffnen, von Hörern entdeckt zu werden, die gezielt nach bestimmten Stimmungen oder Kontexten suchen. Wie groß dieser Effekt tatsächlich ausfällt, bleibt ebenfalls abzuwarten.
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