Im April dieses Jahres brachte Withings seinen neuen 4-in-1 Vitalmonitor „Withings BeamO“ auf den Markt. Seitdem ist ausreichend Zeit vergangenen, die smarte Gesundheitsüberwachung auf Herz und Nieren zu prüfen. Gehört der Arztbesuch der Vergangenheit an? Withings BeamO setzt auf ein integriertes EKG, digitales Stethoskop, Pulsoximeter und vernetztes Thermometer.

Test: Withings BeamO
Allgemein
Nachdem wir uns in den letzten Jahren bereits mit mehreren Withings Produkten auseinandergesetzt und diese getestet haben, erregte Withings BeamO im Januar 2024 unsere Aufmerksamkeit, als der Hersteller sein neues Gesundheitsprodukt im Rahmen der CES ankündigte. Der ursprünglicher Plan sah es vor, dass Withings BeamO im Sommer 2024 erscheint. Allerdings verzögerte sich die Einführung bis zum April 2025. Offenbar musste Withings bis zur Markteinführung noch ein paar Hürden überspringen. Soviel sei vorab schein einmal gesagt: Der Hersteller hat die Zeit in jedem Fall genutzt und ein ausgereiftes Produkt auf den Markt gebracht. Echte Probleme sind uns beim Zusammenspiel mit BeamO begegnet.

Bei Withings BeamO handelt es sich um einen kompakten Vitalmonitor, der die Funktionen eines EKGs, digitalen Stethoskops, Pulsoximeters und kontaktlosen Thermometers in einem handlichen Gerät vereint. Das Gerät ermöglicht eine vollständige Gesundheitsmessung in kürzester Zeit. Die Daten können bei Bedarf in Echtzeit während einer Online-Sprechstunde geteilt werden – für eine fundierte ärztliche Einschätzung aus der Ferne.
Design und Verarbeitung
Auf den ersten Blick erinnert das Withings BeamO eher an eine schlanke Fernbedienung oder einen Textmarker als an ein medizinisches Gerät. Das Gehäuse ist hochwertig verarbeitet, liegt angenehm in der Hand und wirkt typisch „Withings“: minimalistisch, modern und funktional.
Dank seiner kompakten Abmessungen passt das Gerät problemlos in jede Schublade oder Reisetasche. Ein kleines Farbdisplay auf der Vorderseite zeigt Messwerte, Hinweise und Anleitungen übersichtlich an. Die Touch- und Sensorelemente sind sauber integriert und leicht zu bedienen – auch für Nutzer ohne Technikaffinität.
In jedem Fall ist das 4-in-1-Gesundheitstool klein, handlich und ideal für den Alltag.
Installation
Die Installation ist alles andere als ein Hexenwerk und führt – wie sollte es anders sein – über die Withings-App. Dort haben wir zum Beispiel auch unsere Withings Waage eingerichtet. Startet man die App findet sich dort in den Geräteeinstellungen die Möglichkeit, neue Geräte hinzuzufügen. Ihr wählt anschließend BeamO aus und werdet durch die Installation und Einrichtung geführt. Bluetooth muss an eurem Smartphone eingeschaltet sein und eure Wi-Fi Zugangsdaten solltet ihr parat haben.

Im weiteren Verlauf der Ersteinrichtung wird euch die Position der verschiedenen Sensoren kurz erklärt und ein Leitfaden bietet euch die Möglichkeit alle Features von BeamO zu entdecken. Hier empfiehlt es sich in jedem Fall, sich etwas Zeit zu nehmen und die einzelnen Sensoren kennenzulernen. Euch wird beispielsweise erklärt, was es mit der Sauerstoffsättigung auf sich hat, wie Messungen bestmöglich durchgeführt werden, was ein EKG ist, wo die Ergebnisse gespeichert werden, wie ihr Daten mit einem Arzt oder Gesundheitsdienstleister teilen können und mehr.

Zudem wird erklärt, wie ihr Gesundheitsdaten mit Angehörigen teilen könnt, dass ihr BeamO mit anderen Withings-Benutzern teilen könnt und wie ihr Kinder zu eurem Konto hinzufügen könnt.
Vier Messfunktionen in einem Gerät
Kontaktlose Temperaturmessung
Die Temperaturmessung erfolgt kontaktlos über einen Infrarotsensor. Im Test funktionierte dies schnell und zuverlässig: Messung starten, Gerät vor die Stirn halten und langsam zur Schläfe gleiten lassen. Innerhalb weniger Sekunden wird die Körpertemperatur angezeigt und automatisch in der Withings-App gespeichert.

Besonders praktisch: BeamO berücksichtigt Umgebungseinflüsse und führt eine automatische Kalibrierung durch, um möglichst genaue Ergebnisse zu liefern.
EKG-Messung für das Herz
Mit zwei integrierten Elektroden ermöglicht BeamO eine Ein-Kanal-EKG-Messung. Dafür hält man das Gerät mit beiden Händen, während es für etwa 30 Sekunden misst. Dabei werden die Zeigefinger auf die Sensoren gelegt. Auf einer kleinen Skala wird euch im Display angezeigt, ob der Finger fest genug aufliegt.
Die Ergebnisse werden verständlich aufbereitet und können unter anderem Hinweise auf Vorhofflimmern liefern. Natürlich ersetzt diese Messung keine ärztliche Diagnose, kann aber frühzeitig Auffälligkeiten erkennen und dokumentieren – insbesondere für Nutzer mit bekannten Herzproblemen oder zur regelmäßigen Kontrolle.
Pulsoximeter: Sauerstoffsättigung im Blick
Ein integrierter SpO2-Sensor misst die Sauerstoffsättigung im Blut. Auch hier liefert BeamO innerhalb kurzer Zeit verlässliche Werte, die besonders bei Atemwegserkrankungen, Schlafproblemen oder im sportlichen Kontext interessant sind.

Im Zusammenspiel mit der Temperatur- und Herzmessung entsteht ein deutlich umfassenderes Gesundheitsbild als bei klassischen Einzelgeräten.
Digitales Stethoskop
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal von BeamO ist das integrierte digitale Stethoskop. Damit lassen sich Herz- und Lungengeräusche aufnehmen und über die App speichern.
Die Aufnahmen können – bei Bedarf – mit medizinischem Fachpersonal geteilt werden. Gerade im Kontext von Telemedizin oder für Verlaufskontrollen ist diese Funktion ein spannender Ansatz, auch wenn sie sicherlich nicht für jeden Nutzer im Alltag relevant sein wird.

Withings-App als zentrales Element
Wie bei allen Withings-Produkten spielt die App eine zentrale Rolle. BeamO fügt sich nahtlos in die bekannte Withings-App ein, die alle Messwerte übersichtlich darstellt und langfristig speichert.
Neben euren Withings-Geräten findet ihr in der App
- klare Diagrammen und Verlaufsübersichten
- verständliche Erklärungen zu den Messwerten
- eine automatische Synchronisation (z.B. Apple Health)
- optionale Freigabe für Ärzte oder Familienmitglieder
- Tipps, um Gesundheitsdaten zu verstehen
- eine Bibliothek mit Rezepten, Workouts und mehr
Withings+
Wie viele andere Anbieter und Hersteller bietet auch Withings seit einiger Zeit mit Withings + einen optionalen kostenpflichtigen Service an. Dieser kostet wahlweise 9,95 Euro pro Monat bzw. 8,33 Euro pro Monat bei jährlicher Zählweise. Egal, wie ihr euch entscheidet, es geht eine kostenlose Testphase voran. Der Withings+ Jahresplan bietet euch
- einen Gesundheitsverbesserungs-Score
- 4 kardiologische Überprüfungen (basierend auf EKG-Daten)
- einen Gesundheitsassistenten (Fragen. Lernen. Besser leben)
- einen Vitalitätsindex (Energie bewahren. Signale früh erkennen)
- Intelligente Trends (wichtige Muster in eurer Gesundheit – aufgedeckt)
An dieser Stelle können wir euch nur empfehlen, Withings+ auszuprobieren bzw. die kostenlose Testphase in Anspruch zu nehmen. So könnt ihr beispielsweise das Monats-Abo abschließen und die 14-tägige kostenlose Testphase nutzen. Sollte euch Withings+ nicht zusagen, so kündigt ihr zum Ablauf der kostenlosen Testphase wieder, so dass keine weiteren Kosten entstehen.
Fazit
BeamO richtet sich klar an Nutzer, die ihre Gesundheit aktiv im Blick behalten möchten. Familien, Menschen mit Vorerkrankungen oder technikaffine Nutzer profitieren besonders vom Funktionsumfang. Für den gelegentlichen Einsatz mag das Gerät überdimensioniert wirken, doch wer mehrere Messgeräte ersetzen oder Telemedizin sinnvoll ergänzen möchte, erhält hier ein vielseitiges Werkzeug.

BeamO ist definitiv eins der spannendsten Gesundheitsgeräte der vergangenen Jahre. Vier Messfunktionen werden in einem Gerät kombiniert. Das Zusammenspiel mit der Withings-App sowie die Möglichkeit zur Telemedizin und zur Langezeitbeobachtung machen BeamO zum echten Gesundheits-Allrounder für Zuhause. Zwar ersetzt BeamO keinen Arztbesuch, doch als Ergänzung zur Gesundheitsvorsorge und zur Dokumentation von Messwerten überzeugt das Konzept auf ganzer Linie.
Unterm Strich ist BeamO ein konsequenter Schritt in Richtung vernetzter Gesundheitsvorsorge.
Preis & Verfügbarkeit
Withings ruft für BeamO einen Listenpreis von 249,95 Euro auf. Im freien Handel erhaltet ihr das Gerät bereits für um die 220 Euro. Das ist sicherlich kein Schnäppchen, welches mal im vorbeigehen mal mitnimmt. Die verbauten Sensoren, die Funktionen die das Gerät bietet sowie das Teilen innerhalb der Familie relativieren den Preis.
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