Bericht: Apples KI-Team ist größer als gedacht

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2025 hat Apple seine KI-Abteilung kräftig umgebaut. John Giannandrea geht in den Ruhestand, dazu ein gutes Dutzend Berichte über weitere Abgänge aus dem Apple Intelligence Team. In Teilen der Tech-Presse war deshalb schon von Cupertinos Ende der KI-Ambitionen die Rede. Doch wer genauer hinschaut, erkennt ein anderes Bild. So hat sich AppleInsider die Situation näher angesehen und zeigt uns ein deutlich positiveres Bild von Apples KI-Zukunft.

Was hinter den Personalwechseln steckt

Giannandrea kam 2018 von Google zu Apple und übernahm die Leitung der KI- und Machine-Learning-Abteilung. Unter seiner Führung wuchs der Verantwortungsbereich stetig an. Erst Siri, dann das Apple Car Projekt und schließlich auch das Robotik-Team. Eine enorme Bandbreite für eine einzelne Führungsperson.

Genau hier setzte Apple 2025 an. So wanderte die Robotik-Sparte in die Hardware-Abteilung, während Siri dem Vision Pro Team zugeordnet wurde. Giannandreas verbliebenes Team konnte sich fortan vollständig auf die Entwicklung der Apple Foundation Models konzentrieren. Die Neuordnung erfolgte übrigens bereits vor seinem angekündigten Ruhestand, was darauf hindeutet, dass Apple die Änderungen unabhängig von seinem Verbleib geplant hatte.

Neue Leitung mit bekannter Philosophie

Mit Amar Subramanya übernimmt nun ein weiterer ehemaliger Google-Mitarbeiter die Leitung. Er berichtet als Vice President of AI direkt an Craig Federighi. Die Kernphilosophie bleibt dabei erhalten. Apples KI soll primär auf dem Gerät laufen, nah an den Nutzerdaten und ohne permanente Cloud-Abhängigkeit.

Das Team unter Zhifeng Chen, zuständig für die Foundation Models, besteht laut Berichten zu mehr als der Hälfte aus ehemaligen Google-Forschern. Hier arbeiten KI-Experten wie Li Xiao, Christopher Fifty und Jun Xu an Apples eigenen KI-Sprachmodellen.

Die Größe des KI-Teams

Apple gilt als verschwiegen, doch im KI-Bereich veröffentlicht das Unternehmen regelmäßig Forschungsarbeiten. Allein eine Durchsicht einer Forschungsdokumentation zeigt bereits knapp 200 Namen von Apple-Mitarbeitern, die an einem KI-Projekt arbeiten. Von einem kleinen Team kann also keine Rede sein.

Die mediale Aufregung um etwa ein Dutzend Abgänge relativiert sich vor diesem Hintergrund erheblich. Viele der ausgeschiedenen Führungskräfte waren sechs Jahre oder länger bei Apple tätig. Das entspricht der üblichen Fluktuation auf dieser Ebene.

Apples KI-Kurs für 2026

Apple Intelligence steht vor einem umfassenden Update. Mit iOS 26.4 soll Anfang 2026 eine überarbeitete Siri erscheinen, die auf den hauseigenen Sprachmodellen basiert und über App Intents direkt Aufgaben auf dem Gerät ausführen kann. Zusätzlich plant Apple Partnerschaften für Private Cloud Compute, etwa mit angepassten Google Gemini-Modellen für erweiterte Suchanfragen.

Die Strategie bleibt klar erkennbar. Apple Intelligence soll kein abgegrenztes System werden, sondern eine durchdachte Erweiterung des bestehenden Ökosystems. Privatsphäre und Effizienz stehen dabei im Mittelpunkt. Während andere Unternehmen mit überzogenen KI-Versprechungen kämpfen, könnte Apple mit seinem mittlerweile bedachten Ansatz am Ende vielleicht doch die Nase vorn haben.

Kategorie: Apple

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