Der Notebook-Markt steht vor einem schwierigen Jahr. TrendForce hat seine Prognose für 2026 nach unten korrigiert und rechnet nur noch mit 173 Millionen ausgelieferten Geräten, ein Rückgang von 5,4 Prozent gegenüber 2025. Der Hauptgrund sind explodierende Speicherpreise, die den Herstellern die Margen schrumpfen lassen. Apple allerdings dürfte das Ganze entspannter sehen als die Konkurrenz.

Fotocredit: Apple
Speicher wird zum Engpass
Die wirtschaftliche Erholung kommt nur schleppend voran, Verbraucher halten ihr Geld zusammen. Gleichzeitig treiben steigende Preise für Arbeitsspeicher die Produktionskosten in die Höhe. Für Notebook-Hersteller wird es damit eng, denn sie können die Mehrkosten kaum an ihre Kunden weitergeben, ohne Absatz zu riskieren. TrendForce erwartet deshalb, dass die Branche bei Lagerbeständen, Werbeaktionen und Produktkonfigurationen deutlich vorsichtiger agieren wird.
Sollten sich die Speicherengpässe nicht entspannen, könnte der Rückgang sogar 10,1 Prozent erreichen. IDC zeichnet ein ähnlich düsteres Bild und warnt vor einem Einbruch von bis zu 9 Prozent. Die Analysten sprechen von einem beispiellosen Mangel an Speicherchips, der sich bis weit ins Jahr 2027 ziehen könnte. Schuld daran ist vor allem die enorme Nachfrage der Betreiber von KI-Rechenzentren, die den Markt leerkaufen.
Apples Vorteile
Während andere Hersteller nervös werden dürften, bringt Apple einige Trümpfe mit. Die vertikal integrierte Lieferkette und die Preissetzungsmacht verschaffen dem Konzern Spielraum, den Konkurrenten schlicht fehlt. Hinzu kommen das enorme Bestellvolumen und ein vorhersehbarer Produktzyklus. Speicherhersteller wissen genau, wann Apple welche Mengen braucht, was Cupertino zum bevorzugten Partner macht, wenn die Chips knapp werden.
IDC verweist zudem auf Apples Barreserven und langfristige Lieferverträge, die es dem Unternehmen ermöglichen, sich Speicher 12 bis 24 Monate im Voraus zu sichern. Andere Hersteller können von solchen Konditionen nur träumen.
Das günstige MacBook als Chance
Ausgerechnet in dieses schwierige Marktumfeld will Apple Berichten zufolge im Frühjahr 2026 ein günstigeres MacBook bringen. Was zunächst nach einem schlechten Timing klingt, könnte sich als kluger Schachzug erweisen. TrendForce erwartet, dass Apple dank seiner Effizienzvorteile in der Lieferkette und der Skaleneffekte einen attraktiven Preis anbieten kann. Das würde dem Unternehmen helfen, Marktanteile zu gewinnen, während die Konkurrenz mit steigenden Kosten kämpft.
Auch das iPhone profitiert
Der Speicherengpass trifft nicht nur Notebooks. So prognostiziert IDC auch erhebliche Auswirkungen auf den Smartphone-Markt, wobei Android-Hersteller besonders leiden dürften. Bei einem Mittelklasse-Smartphone macht der Speicher 15 bis 20 Prozent der Materialkosten aus. Wenn diese explodieren, müssen Hersteller entweder die Preise erhöhen oder bei der Ausstattung sparen. Beides sind keine attraktiven Optionen.
Apple und Samsung sind dank ihrer Größe und langfristigen Lieferverträge besser abgesichert. Allerdings erwartet IDC, dass selbst Apple 2026 bei den Pro-Modellen auf RAM-Upgrades verzichten und bei 12 GB bleiben wird, statt auf 16 GB aufzustocken.
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