Apple beschäftigt sich offenbar mit einer Kameratechnologie für das iPhone, die bislang vorwiegend in Satelliten, Drohnen und Industrieanlagen zum Einsatz kommt. Der chinesische Leaker Digital Chat Station berichtet auf Weibo, dass Apple Interesse an sogenannten Multispektralkameras zeigt. Wie er erklärt, sondiert das Unternehmen derzeit noch die Lieferkette, Tests stünden aber bisher nicht an.

So funktioniert die Technologie
Herkömmliche Kamerasensoren nutzen Fotodioden mit Farbfiltern für Rot, Grün und Blau. Aus dem Verhältnis dieser drei Farbwerte errechnet die Kamera für jedes Pixel eine Farbe. Gleich starke Signale von Rot und Blau ergeben beispielsweise Violett. Durch präzise Messungen lassen sich so Millionen von Farbvarianten unterscheiden.
Multispektrale Sensoren gehen einen Schritt weiter. Sie erfassen nicht nur sichtbares Licht, sondern auch Frequenzen im Infrarot- und Ultraviolettbereich. Ursprünglich wurde diese Technik für militärische Zwecke entwickelt, etwa zur Zielidentifikation. Heute findet sie sich in Wettersatelliten, in der Landwirtschaft zur Überwachung von Ernten und sogar bei der Erkennung gefälschter Gemälde. In der Industrie werden multispektrale Sensoren häufig in der Qualitätskontrolle in Produktionsstraßen eingesetzt.
Was das für das iPhone bedeuten könnte
Theoretisch bietet die Technologie auch für Verbraucher interessante Vorteile. Sie könnte die Farbgenauigkeit der iPhone-Kamera verbessern und bei schwachen Lichtverhältnissen bessere Ergebnisse liefern. Huawei hat die Technik bereits in zwei Smartphone-Modellen verbaut und wirbt genau mit diesen Eigenschaften.
Allerdings fielen die Reaktionen der Tester eher verhalten aus. Revolutionäre Verbesserungen gegenüber herkömmlichen Sensoren konnten die Huawei-Geräte nicht demonstrieren. Bislang deutet wenig darauf hin, dass Multispektralkameras in Smartphones einen Durchbruch erleben werden. Allerdings hat Apple schon oft bewiesen, dass das Unternehmen neue Technologien verfeinern und in einen echten Mehrwert verwandeln kann.
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