Apples chinesischer Zulieferer BOE kämpft erneut mit Produktionsproblemen bei OLED-Panels für das iPhone. Wie The Elec unter Berufung auf mehrere Branchenquellen berichtet, hat der Displayhersteller die Fertigungsprobleme, die bereits im November und Dezember des vergangenen Jahres aufgetreten sind, noch immer nicht in den Griff bekommen. Bei bestimmten Modellen musste die Produktion sogar komplett eingestellt werden.

Welche Modelle sind betroffen?
BOE lieferte im vergangenen Jahr OLED-Panels für mehrere iPhone-Generationen. Die zuletzt aufgetretenen Qualitätsprobleme betreffen Brancheninsidern zufolge speziell die Panels für das iPhone 15, 16 und 17.
Dass BOE Schwierigkeiten hat, Apples strenge Qualitätsanforderungen zu erfüllen, ist nicht neu. Ungewöhnlich ist in diesem Fall jedoch der Umstand, dass das Unternehmen die LTPS-OLED-Panels für das iPhone 15 und 16 über einen längeren Zeitraum zuverlässig geliefert hatte. Die LTPO-Panels des iPhone 17 stellen technisch höhere Anforderungen, doch bei den älteren Modellen hätte es eigentlich keine vergleichbaren Hürden geben dürfen. „BOE hatte die OLEDs für das iPhone 15 und 16 in der Vergangenheit zuverlässig geliefert, deshalb ist die Branche überrascht“, zitiert The Elec eine Quelle.
Samsung springt ein
Während BOE nun alle Ressourcen darauf konzentriert, eine verlässliche Versorgung für das im Frühjahr erwartete iPhone 17e sicherzustellen, hat Samsung Display in den vergangenen zwei Monaten Millionen umgeleiteter Aufträge übernommen. BOE lieferte 2024 rund 40 Millionen iPhone-OLED-Panels, doch diese Zahl dürfte im vergangenen Jahr aufgrund der Produktionsrückschläge deutlich niedriger ausgefallen sein.
Turbulentes Verhältnis zwischen den Konkurrenten
Die aktuellen Schwierigkeiten folgen auf ein ohnehin angespanntes Jahr zwischen BOE und Samsung Display. Samsung hatte BOE des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen und der Verletzung von AMOLED-Patenten beschuldigt. Eine Untersuchung der US-amerikanischen International Trade Commission führte zunächst zu vorläufigen Importverboten gegen BOE in den USA und einer Empfehlung für fast 15 Jahre Importbeschränkungen. Ende 2025 einigten sich die beiden Unternehmen jedoch außergerichtlich, wobei BOE Berichten zufolge Lizenzgebühren an Samsung zahlte.
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