So verändert Craig Federighi Apple Intelligence von Grund auf

| 19:30 Uhr | 0 Kommentare

Apple hat seine Strategie für künstliche Intelligenz grundlegend umstrukturiert. Im Zentrum dieser Neuausrichtung steht Software-Chef Craig Federighi, der die direkte Aufsicht über die KI-Organisation des Unternehmens übernommen hat. Die Entscheidung fiel offenbar nach Jahren interner Verzögerungen und organisatorischer Konflikte.

Fotocredit: Apple

Federighi übernimmt das Ruder

Laut einem ausführlichen Bericht von The Information hat sich Apples Herangehensweise an künstliche Intelligenz im vergangenen Jahr deutlich gewandelt. Im vergangenen Herbst wandte sich Federighi bei einem gemeinsamen Treffen an die Software- und KI-Teams. Er betonte seinen Wunsch nach einer engeren Zusammenarbeit. Gleichzeitig signalisierte er jedoch auch eine Unzufriedenheit mit dem Fortschrittstempo bei der KI-Entwicklung, was nicht bei allen Mitarbeitern gut ankam.

Im Dezember legte Apple dann alle KI-Verantwortlichkeiten in Federighis Hände. Die Weichen dafür waren bereits Monate zuvor gestellt worden, als Siri aus der bisherigen KI-Gruppe herausgelöst und direkt seiner Software-Abteilung zugeordnet wurde.

Google Gemini als Brücke zur neuen Siri

Im Januar kündigte Apple an, Googles Gemini-Modelle für künftige KI-Verbesserungen zu nutzen. Dazu gehört auch eine überarbeitete Version von Siri. Aus Federighis Sicht ermöglicht die Integration eines Drittanbieter-Modells endlich die Auslieferung einer runderneuerten Siri, nachdem das ursprüngliche Update letztes Jahr verschoben werden musste.

Skepsis gegenüber hohen Investitionen

Der Bericht beleuchtet auch interne Bedenken hinsichtlich der neuen Führungsstruktur. Federighi wird von Mitarbeitern als sehr kostenbewusst beschrieben und als skeptisch gegenüber Investitionen mit ungewissem Ausgang. Diese Haltung unterscheidet sich erheblich von dem Vorgehen der Konkurrenten wie OpenAI, Meta und Google, die Dutzende Milliarden Dollar in Rechenzentren, Chips und KI-Forschung investieren.

Apple versucht stattdessen, Infrastrukturausgaben durch den Fokus auf On-Device-Verarbeitung und das hauseigene Private Cloud Compute System zu begrenzen. Das Unternehmen setzt offenbar darauf, dass die Kosten für KI-Berechnungen und Fachkräfte sinken werden und die meisten Anwendungsfälle künftig lokal auf den Geräten abgearbeitet werden können.

Eigene Modelle bleiben im Fokus

Laut dem Bericht betrachtete Federighi KI lange Zeit als unberechenbar und schwer kontrollierbar. Er bevorzugte Software mit klar definiertem Verhalten. So lehnte er beispielsweise den Vorschlag ab, den iPhone-Homescreen dynamisch per KI umzuorganisieren, mit dem Argument, solche Änderungen würden Nutzer verwirren.

Seine Haltung änderte sich jedoch nach der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022. Er experimentierte selbst mit der Technologie und erkannte das Potenzial großer Sprachmodelle. Daraufhin wies er seine Teams an, Möglichkeiten zur Integration ähnlicher Fähigkeiten in Apple-Produkte zu erkunden.

Trotz der Partnerschaft mit Google plant Apple, weiterhin eigene KI-Modelle zu entwickeln. Das Unternehmen beabsichtigt, Modelle von externen Partnern zu verkleinern und anzupassen, damit sie auf Apple-Hardware laufen können. Das soll die langfristige Abhängigkeit reduzieren. Um dieses Ziel zu unterstützen, erwägt Apple Berichten zufolge Übernahmen kleinerer KI-Firmen, die sich auf die Modellkomprimierung und Optimierung spezialisiert haben.

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