Apple wirft EU-Kommission politische Verzögerungstaktiken vor

| 16:53 Uhr | 0 Kommentare

Der Streit zwischen Apple und der Europäischen Kommission spitzt sich weiter zu. Anlass ist die Schließung von Setapp Mobile, einem alternativen App-Marktplatz für iOS in der EU. Der ukrainische Entwickler MacPaw wird den Dienst am 16. Februar 2026 einstellen und nennt als Grund die komplexen Geschäftsbedingungen, die mit dem Betrieb eines solchen Marktplatzes verbunden sind. Apple reagierte auf die Nachricht mit scharfer Kritik an der EU-Kommission.

Apple sieht sich als Opfer

In einer Stellungnahme gegenüber Bloomberg erklärte Apple, dass die Kommission es dem Unternehmen nicht ermöglicht habe, die geforderten Änderungen umzusetzen. Bereits im Oktober habe Apple einen formellen Compliance-Plan eingereicht, auf den bis heute keine Antwort erfolgt sei. Die EU nutze politische Verzögerungstaktiken, um die Öffentlichkeit zu täuschen und ein amerikanisches Unternehmen mit überzogenen Ermittlungen und Strafen zu belasten, führt Apple weiter aus.

Die EU bereitet ihre Gegenposition vor

Die Europäische Kommission sieht die Situation erwartungsgemäß anders. Laut Bloomberg plant die Behörde, Apple für das Scheitern von Setapp Mobile verantwortlich zu machen. Das Hauptargument soll sein, dass Apple keine wesentlichen Änderungen vorgenommen habe, um die Probleme mit seinen Geschäftsbedingungen zu beheben. Die Komplexität des europäischen Gebührenmodells bleibt somit einer der Hauptkritikpunkte.

Ein Problem für alternative Marktplätze

Der Digital Markets Act verpflichtet Apple zwar, alternative App-Marktplätze zu ermöglichen, doch die sogenannte Core Technology Fee von 0,50 Euro pro Installation ab einer Million Downloads jährlich macht das Geschäftsmodell laut den Kritikern für viele Anbieter unrentabel. Epic Games übernimmt diese Gebühren für Entwickler im eigenen Store, bezeichnet diesen Ansatz aber selbst als langfristig nicht tragbar.

Apple betont unterdessen, dass die Kundennachfrage nach alternativen Marktplätzen in Europa ohnehin gering sei. Das Unternehmen sieht sich nicht als Ursache für Setapps Rückzug. Ob diese Einschätzung die EU-Kommission überzeugt, darf bezweifelt werden.

Kategorie: App Store

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