Es geht voran bei Apples und Googles KI-Partnerschaft. Bloomberg-Journalist Mark Gurman zufolge könnten die ersten Früchte der Zusammenarbeit schon nächsten Monat auf einem Event präsentiert und dann mit der iOS 26.4 Beta zum Testen freigegeben werden.

Eine neue Siri steht vor der Tür
Nach Jahren der Ankündigungen und Verschiebungen scheint es nun tatsächlich so weit zu sein. Apple plant offenbar für die zweite Februarhälfte eine Demonstration der überarbeiteten Siri-Funktionen. Ob dies im Rahmen eines größeren Events oder einer kleineren Präsentation im New Yorker Media Loft des Unternehmens stattfindet, ist noch nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass Apple die auf der WWDC 2024 gemachten Versprechen einlösen möchte.
Die neuen Funktionen in iOS 26.4 sollen Siri deutlich intelligenter machen. Der Sprachassistent wird besser verstehen, was gerade auf dem Bildschirm zu sehen ist, mehr über die Gewohnheiten der Nutzer wissen und eigenständig Aktionen in Apps ausführen können. Angetrieben werden diese Fähigkeiten von Googles Gemini-Modellen, die auf Apples Private Cloud Compute Servern laufen. Intern bezeichnet Apple diese als Foundation Models v10, wobei ein Modell mit 1,2 Billionen Parametern zum Einsatz kommt.
iOS 27 bringt noch größere Sprünge
Doch damit nicht genug. Gurman berichtete bereits vergangene Woche, dass Apple für iOS 27 und macOS 27 chatbotähnliche Funktionen plant. Diese werden von den Apple Foundation Models v11 angetrieben, die qualitativ in der Nähe von Gemini 3 liegen sollen. Der Journalist beschreibt sie als deutlich leistungsfähiger als die Version für iOS 26.4. Aufgrund der Komplexität der neuen Features könnten sie dann allerdings auf Googles Infrastruktur angewiesen sein. Die Verhandlungen darüber laufen noch.
Der lange Weg zur Google-Partnerschaft
Die Entscheidung für Google fiel nicht über Nacht. Apple hat lange mit eigenen KI-Modellen gekämpft und parallel verschiedene Optionen geprüft. Als Bloomberg im vergangenen Juni berichtete, dass Apple einen externen Modellanbieter in Betracht ziehe, wies der damalige Siri-Chef Mike Rockwell dies in einem eilig einberufenen Meeting noch vehement zurück.
Die Realität sah jedoch anders aus. Apple führte bereits Gespräche mit Anthropic und OpenAI über mögliche Partnerschaften für Siri. Die Verhandlungen mit Anthropic scheiterten im August an den Preisvorstellungen. Das Unternehmen forderte mehrere Milliarden Dollar jährlich über einen längeren Zeitraum. Eine Zusammenarbeit mit OpenAI erschien ebenfalls wenig attraktiv, da das Unternehmen aktiv Apple-Mitarbeiter abwarb und gemeinsam mit Jony Ive an eigener Hardware arbeitete.
Als ein Gericht im Kartellverfahren entschied, dass Apples bestehende Partnerschaft mit Google bezüglich der Standardsuchmaschine auf dem iPhone nicht illegal sei, wurde der Weg für eine erweiterte Zusammenarbeit frei. Die jahrelange Geschäftsbeziehung zwischen beiden Unternehmen machte den Deal letztlich zur naheliegendsten Lösung.
Geduldsprobe mit Hoffnungsschimmer
Fast zwei Jahre sind seit den ersten Ankündigungen auf der WWDC vergangen. Die Begeisterung mag sich bei vielen in Grenzen halten, was angesichts der langen Wartezeit verständlich ist. Doch wenn die neuen Funktionen tatsächlich halten, was Apple verspricht, könnte sich das Warten gelohnt haben. Spätestens wenn Nutzer Siri endlich produktiv in ihrem Alltag einsetzen können, dürfte die Skepsis der Vorfreude weichen. Denn iOS 26.4 ist erst der Anfang.
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