Die Apple Watch hat sich längst als ernstzunehmendes Gesundheitstool etabliert. Eine neue Studie aus Amsterdam liefert nun beeindruckende Zahlen, die das einmal mehr belegen.

Fotocredit: Apple
Kontinuierliche Überwachung zeigt Vorteile
Forscher des Amsterdam UMC haben untersucht, wie gut Smartwatches mit EKG- und PPG-Sensoren Vorhofflimmern erkennen können. Das Ergebnis fällt eindeutig aus. Geräte wie die Apple Watch entdecken diese gefährliche Herzrhythmusstörung wesentlich häufiger als die üblichen Kontrolluntersuchungen beim Hausarzt.
Für die Studie wurden 437 Patienten begleitet, alle über 65 Jahre alt und mit erhöhtem Schlaganfallrisiko. Während 219 Patienten sechs Monate lang täglich zwölf Stunden eine Apple Watch trugen, gingen 218 Patienten wie gewohnt nur zu ihren regulären Arztterminen.
Nach einem halben Jahr wurde bei 21 Patienten aus der Apple Watch Gruppe Vorhofflimmern diagnostiziert. Besonders aufschlussreich ist, dass 57 Prozent dieser Betroffenen keinerlei Symptome verspürten und ohne die permanente Überwachung durch die Smartwatch vermutlich nie von ihrer Erkrankung erfahren hätten. In der Kontrollgruppe erhielten lediglich fünf Patienten eine Diagnose, wobei alle bereits deutliche Beschwerden hatten.
Michiel Winter, Kardiologe am Amsterdam UMC, fasst die Ergebnisse zusammen: Smartwatches mit PPG- und EKG-Funktion helfen Ärzten dabei, Patienten zu identifizieren, die nichts von ihrer Herzrhythmusstörung wissen. Der Diagnoseprozess wird dadurch erheblich beschleunigt.
Prävention spart Kosten und rettet Leben
Die Studie wurde beim jährlichen Symposium der European Society of Cardiology in London vorgestellt und hat dort für Aufsehen gesorgt. Denn die Implikationen gehen über den individuellen Nutzen hinaus. Laut Winter deuten die Ergebnisse auf eine mögliche Senkung des Schlaganfallrisikos hin, was sowohl Patienten als auch dem Gesundheitssystem durch reduzierte Behandlungskosten zugutekommt. Die Anschaffungskosten für die Smartwatch würden dadurch mehr als ausgeglichen.
Geschichten über Apple Watches, die ihren Trägern im Ernstfall das Leben gerettet haben, gibt es mittlerweile reichlich. Diese Studie liefert nun wissenschaftliche Daten, die solche Einzelberichte untermauern. Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Sensoren und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz dürfte die Präzision der Gesundheitsfunktionen in Zukunft sogar noch weiter steigen.
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