Apple-CEO Tim Cook hat sich in einem internen Memo an die Mitarbeiter zu den Ereignissen in Minneapolis geäußert, wo zwei Menschen durch Schüsse von US-Einwanderungsbeamten ums Leben kamen.

Fotocredit: Apple
Aufruf zur Deeskalation
In der von Bloomberg veröffentlichten Mitteilung schreibt Cook, er sei „zutiefst erschüttert über die Ereignisse in Minneapolis“. Seine Gedanken und sein Mitgefühl gelten den Familien, den betroffenen Gemeinden und allen, die von den Vorfällen betroffen sind.
Cook betont in seinem Schreiben, dass nun eine Zeit der Deeskalation gekommen sei. Amerika sei dann am stärksten, wenn es seinen höchsten Idealen gerecht werde, wenn alle Menschen mit Würde und Respekt behandelt würden und wenn die gemeinsame Menschlichkeit im Vordergrund stehe. Diese Werte habe Apple stets vertreten.
Hier das komplette Schreiben:
Team,
die Ereignisse in Minneapolis haben mich zutiefst erschüttert. Meine Gebete und mein tiefstes Mitgefühl gelten den Familien, den Gemeinden und allen Betroffenen.
Jetzt ist es an der Zeit, die Lage zu deeskalieren. Ich glaube, dass Amerika am stärksten ist, wenn wir unseren höchsten Idealen gerecht werden, wenn wir jeden mit Würde und Respekt behandeln, egal wer er ist oder woher er kommt, und wenn wir unsere gemeinsame Menschlichkeit annehmen. Das ist etwas, wofür Apple sich schon immer eingesetzt hat. Ich hatte diese Woche ein gutes Gespräch mit dem Präsidenten, in dem ich ihm meine Ansichten mitgeteilt habe, und ich schätze seine Offenheit, sich mit Themen zu befassen, die uns allen wichtig sind.
Ich weiß, dass dies für viele sehr emotional und herausfordernd ist. Ich bin stolz darauf, wie sehr sich unsere Teams für die Welt außerhalb unserer Mauern engagieren. Diese Empathie ist eine der größten Stärken von Apple und etwas, das wir alle schätzen.
Vielen Dank für alles, was ihr tut.
Tim
Hintergrund der Ereignisse
Cook bezieht sich unter anderem auf den Tod von Alex Pretti, einem 37-jährigen Intensivpfleger am VA-Krankenhaus in Minneapolis. Pretti wurde am Samstag bei einem Einsatz von Bundeseinwanderungsbeamten erschossen. Der Vorfall hat landesweit für Empörung gesorgt. Bereits am 7. Januar war die 37-jährige Autorin und Dichterin Renée Good durch Schüsse eines ICE-Beamten in Minneapolis getötet worden.
Cooks Statement ist vorsichtig formuliert. Dennoch geht er weiter als die meisten seiner Kollegen in der Tech-Branche. Politische Stellungnahmen sind dort traditionell selten, es sei denn, Regulierungsvorhaben betreffen das eigene Geschäft. Einige wenige äußern sich dennoch. OpenAI-Chef Sam Altman etwa sieht es nach eigener Aussage als Bürgerpflicht, gegen staatliche Übergriffe Stellung zu beziehen, und wirft der Einwanderungsbehörde vor, ihre Grenzen zu überschreiten. Anthropic-Gründer Dario Amodei sprach angesichts der Vorfälle in Minnesota von einem „Horror“.
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