Dass Apple an einem faltbaren iPhone arbeitet, ist ein offenes Geheimnis. Spannend wird es allerdings bei der Frage, welche Auswirkungen ein solches Gerät auf den gesamten Foldable-Markt haben könnte. Eine aktuelle Analyse von Counterpoint Research legt nahe, dass Apples Einstieg weit über das eigene Produktportfolio hinaus Wirkung zeigen wird.

Fotocredit: Apple
Was die Marktforscher erwarten
Den aktuellen Gerüchten zufolge soll Apples faltbares iPhone im sogenannten Book-Type-Format erscheinen, sich also wie ein Buch aufklappen lassen. Laut einem Bericht von The Information wird das Gerät ein 5,5 Zoll großes Außendisplay und ein 7,8 Zoll großes Innendisplay bieten, dessen Seitenverhältnis an das der großen iPad-Modelle angelehnt ist.
Die Analysten von Counterpoint Research prognostizieren, dass Book-Type-Foldables im Jahr 2026 rund 65 Prozent aller Foldable-Auslieferungen ausmachen werden. 2025 lag dieser Anteil noch bei 52 Prozent. Ein deutlicher Sprung, der zu einem großen Teil auf Apples erwarteten Markteintritt zurückzuführen sein soll. Samsung dominiert das Book-Type-Segment seit 2020, mit einer einzigen Ausnahme im Jahr 2024, als Huawei die Spitzenposition bei den Auslieferungen übernahm. Apples Einstieg könnte diese Kräfteverhältnisse nun neu ordnen.
Fokus auf Produktivität
Counterpoint Research sieht in Apples Designentscheidung ein klares Signal in Richtung Produktivität. Statt mit dem Formfaktor zu experimentieren, setze Apple auf ein Format, das sich im Alltag als Arbeitsgerät nutzen lässt. Natürlich hängt der tatsächliche Markterfolg von Faktoren wie Preis, Marktpositionierung und dem genauen Zeitpunkt der Veröffentlichung ab.
Liz Lee, Associate Director bei Counterpoint Research, betont dabei die Rolle des Software-Ökosystems. Gerade bei Book-Type-Foldables werde die Differenzierung zunehmend über die Software-Erfahrung und die Integration ins jeweilige Ökosystem entschieden. Und genau hier hat Apple traditionell einen Vorteil.
Warum auch die Speicherknappheit eine Rolle spielt
Ein weiterer Faktor ist die anhaltende Knappheit bei Speicherkomponenten. Research Director Tarun Pathak erklärt, dass diese Engpässe vor allem Komponenten für das niedrige und mittlere Preissegment betreffen. Hersteller setzen deshalb verstärkt auf hochpreisige Geräte mit besseren Margen, anstatt auf Masse zu produzieren. Book-Type-Foldables passen perfekt in diese Strategie, da sie mit Premium-Spezifikationen und höheren Speicherkonfigurationen einen entsprechend hohen Durchschnittspreis rechtfertigen.
Auch ein Clamshell-Modell ist im Gespräch
Interessant ist in dem Zusammenhang auch ein Bericht von Bloomberg, wonach Apple zusätzlich an einem quadratischen Clamshell-Foldable arbeitet. Dieses Gerät ist allerdings noch weit von einer Marktreife entfernt und es gibt keinen konkreten Zeitplan für eine Veröffentlichung. Die Idee dahinter ist jedoch nachvollziehbar. Sollte das iPhone Fold erfolgreich genug sein, um eine verstärkte Nachfrage nach faltbaren Geräten zu generieren, werden sich Kunden vermutlich auch verschiedene Formate wünschen. Dann könnte Apple tatsächlich zwei grundverschiedene Foldable-Linien parallel anbieten.
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