„Name Tag“: Meta will Gesichtserkennung in die Ray-Ban-Brille bringen

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Noch in diesem Jahr könnte Metas smarte Ray-Ban-Brille eine Gesichtserkennungsfunktion erhalten. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf mehrere Personen, die in die Pläne eingebunden sind.

Fotocredit: Meta

Gesichtserkennung per Brille

Intern trägt das Feature den Namen „Name Tag“. Die Funktion soll es Trägern der Brille ermöglichen, Personen in ihrem Blickfeld zu identifizieren und über Metas KI-Assistenten Informationen über sie abzurufen. Mark Zuckerberg sieht darin ein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal für die smarten Brillen und einen Weg, den integrierten KI-Assistenten nützlicher zu machen.

Laut einem internen Dokument aus dem Mai vergangenen Jahres, das der New York Times vorliegt, beschäftigt sich Meta bereits seit Anfang 2024 mit der Veröffentlichung des Features. Ursprünglich war geplant, „Name Tag“ zunächst auf einer Konferenz für blinde Menschen vorzustellen, bevor es für die breite Öffentlichkeit verfügbar gemacht wird. Dieser erste Schritt fand allerdings nie statt.

Bewusst kalkuliertes Timing

Besonders brisant ist ein Detail aus dem internen Memo. Darin heißt es, das politische Klima in den USA biete einen günstigen Zeitpunkt für den Launch. Organisationen aus dem Bereich der Bürgerrechte, die normalerweise scharfe Kritik an einem solchen Feature üben würden, seien aktuell mit anderen Themen beschäftigt.

Unabhängig davon markieren die Pläne eine deutliche Kehrtwende. Noch vor fünf Jahren hatte Facebook sein Gesichtserkennungssystem zum Markieren von Personen in Fotos abgeschaltet und betont, man müsse erst die „richtige Balance“ finden bei einer Technologie, die erhebliche Datenschutzrisiken birgt. Dass Meta nun genau diese Technologie in ein tragbares Produkt integrieren will, zeigt, wie sehr sich die Prioritäten des Unternehmens verschoben haben.

Bereits bei der ersten Version der Ray-Ban-Brillen im Jahr 2021 hatte Meta über Gesichtserkennung nachgedacht. Technische Hürden und ethische Bedenken verhinderten damals die Umsetzung. Inzwischen haben sich die smarten Brillen als kommerzieller Erfolg erwiesen. Laut EssilorLuxottica, dem Partnerunternehmen hinter den Brillen, wurden 2025 mehr als sieben Millionen Exemplare verkauft. Der kommerzielle Erfolg könnte Meta darin bestärkt haben, nun auch kontroversere Funktionen in Angriff zu nehmen. Die große Nutzerbasis macht das Feature für Meta wahrscheinlich noch attraktiver.

Wer erkannt werden kann und wer nicht

Meta prüft noch, welche Personen über „Name Tag“ identifizierbar sein sollen. Zu den möglichen Optionen gehört das Erkennen von Kontakten, die der Nutzer über eine Meta-Plattform kennt. Denkbar ist auch die Identifikation von Personen mit öffentlichem Profil auf Instagram oder Facebook, selbst wenn man ihnen zuvor nie begegnet ist. Was „Name Tag“ laut den Berichten nicht können soll, ist die willkürliche Identifikation jeder beliebigen Person auf der Straße.

Meta selbst äußerte sich in einem Statement gegenüber der New York Times zurückhaltend und betonte, man werde einen „durchdachten Ansatz“ verfolgen, bevor man etwas auf den Markt bringe.

Das Experiment, das alles vorwegnahm

Dass diese Technologie nicht nur theoretisches Potenzial hat, zeigte sich bereits 2024. Zwei Harvard-Studenten nutzten die Ray-Ban Meta-Brillen in Kombination mit dem Gesichtserkennungsdienst PimEyes, um Fremde in der Bostoner U-Bahn zu identifizieren. Ein Video des Experiments ging viral und löste eine breite Debatte aus. Meta verwies damals auf die kleine weiße LED an der Brille, die signalisiert, wenn eine Aufnahme läuft.

Und was macht Apple?

Laut Bloomberg plant Apple für dieses Jahr auch den Launch eigener Smart Glasses. Die Geräte sollen mit Kameras, Mikrofonen und KI-Fähigkeiten ausgestattet sein und Funktionen wie Fotos, Videoaufnahmen, Übersetzungen sowie Navigation bieten. Augmented-Reality-Features sind allerdings nicht vorgesehen.

Kategorie: Apple

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