Bieterstreit: Netflix steigt aus dem Rennen um Warner Bros. aus

| 14:35 Uhr | 0 Kommentare

Was als monatelanges Bietergefecht um eines der bekanntesten Hollywood-Studios begann, scheint nun entschieden. Netflix hat sein Angebot für Warner Bros. nicht erhöht und damit den Weg für Paramount Skydance freigemacht. Sollte der Deal zustande kommen, würden zwei große Studios, zwei Streaming-Plattformen und gleich mehrere Nachrichtensender unter einem Dach landen.

Paramount bietet mehr

Monatelang buhlten Netflix und Paramount Skydance um Warner Bros. Discovery. Nun hat der Verwaltungsrat von Warner Bros. entschieden, dass Paramounts Angebot von 31 Dollar pro Aktie dem zuvor mit Netflix vereinbarten Preis von 27,75 Dollar überlegen sei. Netflix erklärte daraufhin, dass der Deal zu diesem Preis „finanziell nicht mehr attraktiv“ sei und man auf ein Gegengebot verzichte.

Das Unternehmen betonte zwar, dass die ursprünglich ausgehandelte Transaktion einen Mehrwert für die Aktionäre geschaffen hätte und regulatorisch unkompliziert gewesen wäre. Gleichzeitig wolle man aber diszipliniert bleiben und nicht um jeden Preis mitbieten. Damit kann Warners Vorstand die bestehende Vereinbarung mit Netflix auflösen und den Verkauf an Paramount vorantreiben.

Was die Übernahme für Hollywood bedeutet

Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Bietern lag im Umfang. Netflix hatte sich ausschließlich für Warners Studio- und Streaming-Sparte interessiert. Paramount hingegen will das gesamte Unternehmen übernehmen, einschließlich der TV-Sender wie CNN.

Eine Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery würde zwei der größten Hollywood-Studios unter einem Dach vereinen und gleichzeitig die Streaming-Plattformen HBO Max und Paramount+ zusammenführen. Auch die Nachrichtensender CNN und CBS News gehörten dann zum selben Konzern. Warner-Chef David Zaslav zeigte sich begeistert von den Möglichkeiten dieser Kombination und sprach von „enormem Wert“ für die Aktionäre.

Nicht alle sehen die Übernahme so positiv. US-Politiker und Branchenverbände warnen vor einer weiteren Konsolidierung in einer ohnehin von wenigen Großkonzernen dominierten Industrie. Wenn zwei so große Studios samt ihren Streaming-Diensten fusionieren, schrumpft der Wettbewerb spürbar. Neben einem möglichen Stellenabbau befürchten Kritiker weniger Vielfalt in der Filmproduktion, während Verbraucher sich wahrscheinlich auf noch höhere Abo-Kosten einstellen müssen.

Kategorie: App Store

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