Dass DRAM-Module knapp und teuer geworden sind, weil die KI-Branche den Markt leerkauft, ist mittlerweile bekannt. Wie gravierend die Folgen für die Smartphone-Branche tatsächlich ausfallen werden, zeigt jetzt eine aktuelle Analyse von IDC. Die von Bloomberg geteilte Prognose fällt ernüchternd aus und beziffert den Einbruch für 2026 auf rund 13 Prozent.

Fotocredit: Apple
Warum der Speicher knapp wird
KI-Unternehmen kaufen derzeit riesige Mengen an sogenanntem High-Bandwidth Memory (HBM) für ihre Rechenzentren auf. Die Chiphersteller schichten ihre Produktion deshalb zugunsten von HBM um, was die Versorgung mit herkömmlichem Smartphone-Speicher so stark verknappt hat, dass die Preise für DRAM zuletzt stark gestiegen sind.
Das hat direkte Auswirkungen auf die Smartphone-Produktionszahlen. IDC rechnet damit, dass Smartphone-Hersteller 2026 nur noch 1,1 Milliarden Geräte ausliefern werden, verglichen mit 1,26 Milliarden im Jahr 2025. Nabila Popal, Senior Research Director bei IDC, spricht von einer Krise, gegen die selbst Pandemie und Zölle harmlos wirken. Bis Mitte 2027 sei keine Entspannung zu erwarten, und selbst danach dürften die Speicherpreise nicht mehr auf das Niveau von 2025 zurückkehren.
Warum Apple in einer besseren Position ist
Am härtesten trifft es günstige Android-Smartphones, bei denen die gestiegenen Speicherkosten die ohnehin schmalen Margen weiter schrumpfen lassen. Apple hat es da leichter. Wer ausschließlich im Premium-Segment verkauft, kann höhere Einkaufspreise besser auffangen. Außerdem sichert sich Apple dank seiner Marktmacht verfügbare DRAM-Kontingente.
Immun gegen die Krise ist aber auch Cupertino nicht. Einem aktuellen Bericht zufolge zahlt Apple inzwischen den doppelten Preis an Samsung für die LPDDR5X-Speicherchips des iPhone 17. Tim Cook räumte im Zuge der letzten Quartalszahlen ein, dass die gestiegenen Speicherpreise im Weihnachtsquartal 2025 noch einen minimalen Einfluss auf die Bruttomarge hatten, für das erste Kalenderquartal 2026 aber mit stärkeren Auswirkungen zu rechnen sei.
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