Vodafone hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen mit Amazon Leo – Amazons Satelliten ‑Breitbandnetzwerk in niedriger Erdumlaufbahn (LEO) – kooperiert, um abgelegene Mobilfunk-Masten via Satellit ans Netz zu bringen.

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Vodafone und Amazon Leo erweitern Mobilfunk-Abdeckung in Europa & Afrika
Der Startschuss für Satelliten-Anbindung von Mobilfunk-Masten ist bei Vodafone gefallen. Zur Gewährleistung ist das Mobilfunkunternehmen eine Partnerschaft mit Amazon Leo eingegangen.
Der satellitengestützte Ansatz reduziert den zeit- und kostenintensiven Ausbau von Glasfaser- oder festen Funkanbindungen und ermöglicht eine deutlich schnellere Erschließung bislang unterversorgter Regionen – insbesondere im ländlichen Raum.
Zudem soll Amazon LEO zur Stärkung der Netzresilienz beitragen. Fällt beispielsweise eine bestehende Glasfaserverbindung infolge von Naturereignissen wie Überschwemmungen aus, kann die Satellitenanbindung einspringen und Notfall- sowie andere kritische Online-Dienste weiterhin zuverlässig bereitstellen.
Die Anbindung von Mobilfunk-Stationen ans Kernnetz per Satellit ist noch ein vergleichsweise neuer Ansatz. Üblicherweise werden Mobilfunk-Türme über Richtfunk oder Glasfaser angebunden, um Anrufe, SMS und Daten zu transportieren. In abgelegenen Regionen ist das jedoch oft nur mit großem Aufwand möglich – etwa wegen großer Distanzen oder schwer zugänglicher Strecken bis zum nächsten Netzknoten. Hier kann eine Satellitenverbindung eine Alternative sein.
In Deutschland spielt diese Form der Anbindung bislang kaum eine Rolle. Die Mobilfunknetze sind gut ausgebaut, zudem sorgt eine leistungsfähige, kabelgebundene Infrastruktur im Boden für eine stabile Versorgung.
Amazon Leo?
Amazon LEO basiert auf einer Konstellation aus Tausenden Satelliten und ermöglicht eine leistungsfähige Backhaul-Anbindung für Mobilfunk-Standorte mit bis zu 1 Gbit/s im Download und 400 Mbit/s im Upload. Telekommunikationsanbieter können ihre Netzinfrastruktur damit flexibel und kurzfristig erweitern.
Derzeit sind mehr als 200 Satelliten im Orbit, weitere hundert sind bereits gebaut und startbereit. Nach dem Start eines Preview-Programms für Unternehmenskunden im November 2025 soll der Dienst mit wachsender Abdeckung und Kapazität schrittweise breiter ausgerollt werden.
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