Vodafone macht aus 5G-Funkmasten Radarsensoren

| 21:50 Uhr | 0 Kommentare

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona demonstrieren Vodafone und das US-Unternehmen Tiami Networks eine Technik, die 5G-Antennen eine zweite Aufgabe gibt. Neben der normalen Datenübertragung sollen dieselben Masten künftig auch Objekte und Personen in ihrer Umgebung erfassen können, ähnlich einem Radar. Ein Smartphone braucht dafür niemand bei sich zu tragen.

Fotocredit: Vodafone

ISAC

Das Verfahren heißt Integrated Sensing and Communication, kurz ISAC. Die Antenne sendet Funksignale aus, wertet deren Reflexionen aus und erstellt daraus ein Abbild der Umgebung. Für die Vorführung in Barcelona reichte handelsübliche 5G-Hardware, neue Antennen waren nicht nötig. Eigentlich war ISAC als Feature des kommenden 6G-Standards gedacht, der frühestens 2030 starten dürfte.

Keine Kameras nötig

Vodafone-Innovationschef Michael Reinartz beschreibt mehrere Szenarien für den Alltag. Bahnhöfe könnten erkennen, wenn ein Bahnsteig zu voll wird. Einkaufszentren könnten Besucherströme erfassen, ohne dafür Kameras aufhängen zu müssen. An Flughäfen ließe sich der Luftraum auf Drohnen überwachen. Auch Wasserschäden in Gebäuden will Vodafone mit der Technik irgendwann aufspüren.

Laut den bisherigen Tests hat die Radarfunktion den laufenden Mobilfunkbetrieb nicht beeinträchtigt. Vodafone plant, die Ergebnisse in die Arbeit am 3GPP Release 19 einzubringen, damit ISAC Teil des nächsten Mobilfunkstandards wird. Perspektivisch soll sich die Funktion per Software-Update aktivieren lassen. Die Testreihe mit Tiami Networks läuft 2026 weiter.

Kategorie: Allgemein

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