AVM – pardon, FRITZ! – hat sich mit seinen neuen Wi-Fi-7-Repeatern Zeit gelassen. Sehr viel Zeit. Während die Fritz!Box-Router schon seit über einem Jahr mit Wi-Fi 7 ausgestattet sind, liefen die passenden Repeater noch auf dem alten Wi-Fi-6-Stand. Seit Kurzem ist der FRITZ Repeater 2700 erhältich und wir haben ihn ausgiebig getestet. Spoiler: Die Wartezeit hat sich gelohnt – aber es gibt einen Haken.

FRITZ Repeater 2700 im Test
Design & Verarbeitung: Bekanntes Gehäuse, neuer Inhalt
Wer den alten FRITZ Repeater 2400 kennt, kennt auch den 2700. Das Gehäuse ist identisch – quadratisch, praktisch, gut. Mit Abmessungen von etwa 76,5 × 155 × 62,6 mm steckt der Repeater direkt in der Steckdose und bringt eine gewisse Präsenz mit. Er ist nicht klein. Wer eine Mehrfachsteckdose nutzt, sollte prüfen, ob der Nachbarsteckplatz noch frei bleibt – das kann je nach Steckerleiste eng werden.
Die Verarbeitung ist gewohnt gut. Alles sitzt fest, nichts wackelt, das typische FRITZ!-Weiß fügt sich unauffällig ins Wohnzimmer ein. Auf der Unterseite findet sich der 2,5-Gbit/s-LAN-Port – der einzige, aber dazu später mehr.
Technische Daten im Überblick
- Wi-Fi 7 bis 6,5 GBit/s mit 2,4 und 5 GHz
- 1 x 2,5-Gigabit-LAN
- WLAN bis 5,7 GBit/s (5 GHz) und 688 MBit/s (2,4 GHz)
- Zwei Funkeinheiten zur optimalen Versorgung zahlreicher WLAN-Geräte
- WLAN-Mesh
- Kompatibel zu allen WLAN-Routern mit den WLAN-Standards IEEE 802.11a/g/n/ac/ax/be
- Lässt sich per Kabelverbindung an einen Router anschließen (LAN-Brücke)
- Verschlüsselung mit WPA3/2
- Abmessungen (B x H x T): ca. 76,5 x 155 x 62,6 mm
- Mittlere Leistungsaufnahme: 4,1 Watt
Wi-Fi 7 – aber ohne 6 GHz
Fangen wir mit dem Elefanten im Raum an: Wi-Fi 7 ist hier Dualband – also 2,4 GHz und 5 GHz, kein 6-GHz-Band. Wer sich von Wi-Fi 7 das volle Triband-Erlebnis erhofft hat, wird enttäuscht. Das bleibt vorerst der Fritz!Box 5690 Pro vorbehalten.
Trotzdem ist das kein echtes Problem. Auf dem 5-GHz-Band leistet der FRITZ Repeater 2700 dank 4×4 MIMO und bis zu 160 MHz Kanalbandbreite ordentlich – theoretisch bis zu 5.760 Mbit/s. In der Praxis natürlich deutlich weniger, aber im Vergleich zum Vorgänger 2400 merkt man den Generationssprung. Die Verbindung ist stabiler, die Latenz geringer, und auch bei mehreren gleichzeitig aktiven Geräten bleibt das Netz entspannt.

Die Multi-Link-Operation (MLO), das große Feature von Wi-Fi 7 das mehrere Bänder gleichzeitig nutzt, funktioniert aktuell nur im direkten Kontakt mit der Fritz!Box – nicht über den WLAN-Backhaul zum Repeater. Das ist schade, aber bei Ethernet-Backhaul fällt diese Einschränkung weg.
Einrichtung: Immer noch das Beste auf dem Markt
Ein Tastendruck. Wirklich. Der FRITZ Repeater 2700 verbindet sich mit der Fritz!Box, übernimmt automatisch alle WLAN-Einstellungen und ist innerhalb von Minuten einsatzbereit. Wer schon einmal einen Repeater eines anderen Herstellers eingerichtet hat, weiß, was für ein Luxus das ist.

Konkret funktioniert die Einrichtung bei uns in Kombination mit der FRITZ!Box 6690 Cable wie folgt:
- Steckt den FRITZ!Repeater für die Einrichtung in eine Steckdose in der Nähe der FRITZ!Box. Jetzt startet der FRITZ!Repeater. Die Status-LED blinkt währenddessen schnell.
- Wartet rund 1 Minute, bis der FRITZ!Repeater gestartet ist und die Status-LED langsamer blinkt.
- Drückt kurz (ca. 1 Sekunde) die Connect-Taste des FRITZ!Repeaters. Nach dem Loslassen der Taste fängt die Status-LED an, schnell zu blinken.
- Innerhalb von 2 Minuten: Drückt und haltet die Connect-Taste der FRITZ!Box, bis die Connect-LED aufleuchtet bzw. anfängt, zu blinken. Eventuell blinken oder leuchten zusätzlich noch weitere LEDs.
(Die Einrichtung in Kombination mit einem andere FRITZ!Box-Box Modell erfolgt analog).
Die MyFRITZ!-App macht die Verwaltung danach kinderleicht. Kanalverteilung, Meshinformationen, Verbindungsdetails – alles übersichtlich und auch für Nicht-Nerds verständlich aufbereitet. Updates können automatisch oder manuell installiert werden. Natürlich könnt ihr auch die Web-Oberfläche des Repeaters aufrufen und dort eure Einstellungen vornehmen und Informationen einsehen.
Performance: Wo der 2700 glänzt
Im Ethernet-Backhaul-Betrieb zeigt der Repeater sein volles Potenzial. Wer die Möglichkeit hat, den Repeater per LAN-Kabel mit der Fritz!Box zu verbinden, bekommt das beste Ergebnis: Beide Funkmodule stehen dann vollständig für die Client-Geräte zur Verfügung, die Verbindungsqualität ist exzellent, und auch in größeren Wohnungen oder Häusern verteilt sich das WLAN gleichmäßig.
Im WLAN-Backhaul-Betrieb greift das bekannte Crossband Repeating: Der Repeater kommuniziert mit der Fritz!Box über ein anderes Band als mit den Endgeräten. Das funktioniert gut, ist aber naturgemäß etwas weniger performant als Kabel.
In echten Tests mit modernen Wi-Fi-7-Endgeräten – etwa einem aktuellen iPhone.Modell – sind die Durchsätze spürbar besser als mit dem Vorgänger 2400. Das Netz ist stabiler.
Nur ein LAN-Port
Je nach Anwendungsbereich könnte der einzige Kritikpunkt im einzigen LAN-Port liegen. Wer den Repeater per Kabel anbindet und gleichzeitig ein kabelgebundenes Gerät – etwa eine Spielekonsole, einen Smart-TV oder ein NAS – anschließen möchte, hat schlicht Pech. Hier wäre ein zweiter Port wünschenswert gewesen.

Außerdem: Kein 6-GHz-Band. Für die meisten Nutzer aktuell kein Problem, aber wer zukunftssicher investieren möchte, muss das im Hinterkopf behalten.
Preis: Solide, aber AVM weiß um seinen Ruf
149 Euro als unverbindliche Preisempfehlung sind für einen Repeater erst einmal eine Ansage. Wer aber tief im FRITZ!-Ökosystem steckt, bekommt hier die beste Integration, den besten Support und die verlässlichsten Firmware-Updates. Das hat seinen Preis – und er ist gerechtfertigt, wenn auch nicht günstig. Aktuell erhaltet ihr den Repeater für knapp unter 130 Euro.

Fazit: Der beste Fritz!-Repeater – mit kleinen Abstrichen
Der FRITZ Repeater 2700 ist das bisher stärkste Repeater-Modell aus dem Hause FRITZ! und ein echter Fortschritt gegenüber dem Vorgänger. Wi-Fi 7, 4×4 MIMO auf 5 GHz, ein 2,5-Gbit/s-LAN-Port und die gewohnt reibungslose FRITZ!-Integration machen ihn zur Top-Empfehlung für alle, die bereits eine moderne Fritz!Box ihr Eigen nennen.
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Das fehlende 6-GHz-Band und der einzelne LAN-Port sind die einzigen Schwachpunkte. Wer damit leben kann – und das werden die meisten sein – bekommt hier einen zuverlässigen, performanten und lzukünftssicheren WLAN-Repeater, der sein Geld wert ist.
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