Das MacBook Neo hat in dieser Woche viel Lob aus der Fachpresse erhalten. Eine der interessantesten Besprechungen kommt von Steven Sinofsky, dem ehemaligen Präsidenten der Windows-Division bei Microsoft, der auf seinem Blog „Learning by Shipping“ nicht nur das Gerät bewertet, sondern auch auf Microsofts eigenen gescheiterten Versuch zurückblickt, ein vergleichbares ARM-Notebook zu bauen.

Fotocredit: Apple
Microsofts gescheiterter Versuch
Sinofsky stimmt in das breite Lob ein, das die Fachpresse dem MacBook Neo in dieser Woche entgegengebracht hat. Sein Blick richtet sich aber vor allem auf die Frage, warum Apple heute gelingt, woran Microsoft mit Windows 8 und dem ersten Surface scheiterte.
Die technischen Voraussetzungen seien damals durchaus vorhanden gewesen, schreibt Sinofsky. Das Surface RT kostete 599 Dollar mit Tastatur und 32 GB Speicher und 699 Dollar für die 64-GB-Variante, als es im Oktober 2012 auf den Markt kam. Was Microsoft fehlte, war ein Ökosystem, das schnell genug auf ein neues App-Modell umschwenkte. Viele Entwickler und auch interne Stimmen wehrten sich gegen den Bruch mit der x86-Welt. Sinofsky selbst habe ARM damals nicht als Ergänzung, sondern als Ablösung von x86 verstanden. Microsoft hingegen behandle ARM bis heute als Alternative, nicht als Nachfolger.
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Apple habe sich dieses Problem über Jahrzehnte hinweg erspart, argumentiert Sinofsky, indem das Unternehmen Entwickler konsequent auf neue APIs und Frameworks migrierte. Diese langfristige Vorarbeit habe den Wechsel zu ARM-basierten Macs erheblich erleichtert und ein Gerät wie das MacBook Neo überhaupt erst möglich gemacht.
Ein Laptop, der sich nicht verbessern muss
Bei der eigentlichen Bewertung des MacBook Neo bringt Sinofsky einen Gedanken ein, der die Diskussion um die Kompromisse des 599-Dollar-Laptops entschärft. Das Neo müsse gar nicht besser werden. Es müsse nur „exzellent bleiben“. Wer mehr benötige oder wolle, könne auf zwei weitere Laptop-Stufen, zwei Desktop-Klassen und iPads zurückgreifen. In fünf Jahren werde das Neo leistungsfähiger sein als die meisten dieser Geräte und vermutlich immer noch 699 Dollar kosten.
Sinofskys vollständiger Beitrag geht weit über diese Kernthese hinaus und enthält zahlreiche Details zu den internen Entscheidungen rund um Windows 8 und das Surface RT. Wer sich für die strategischen Unterschiede zwischen Apple und Microsoft interessiert, findet dort eine ungewöhnlich offene Aufarbeitung aus erster Hand.
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