Apple soll jahrelang gewartet haben, um sein erstes faltbares iPhone auf den Markt zu bringen. Ein Grund hierfür soll gewesen sein, dass der sichtbare Knick in den Displays früher Konkurrenzmodelle für das Unternehmen inakzeptabel war. Nun liefert das Marktforschungsunternehmen TrendForce neue Details dazu, wie Apple dieses Problem beim kommenden iPhone Ultra lösen will. Demnach spielen mehrere technologische Innovationen zusammen, wobei ein hochentwickelter Spezialkleber eine Schlüsselrolle einnimmt.

Das Problem: Der physikalische Ursprung des Knicks
Knicke in Faltdisplays entstehen laut TrendForce durch die Fehlausrichtung der sogenannten Neutralschicht im Displaystapel, was zu lokalem Zugstress und in der Folge zu Mikrorissen oder dauerhafter Verformung führt. Die Lösung liegt in der präzisen Kontrolle der Stressverteilung innerhalb der mehrschichtigen Displaystruktur.
Apple setzt dabei laut eigenen Patenten auf ultradünnes Glas (UTG) in variabler Dicke: Im Biegebereich wird das Glas lokal ausgedünnt, um die Biegsamkeit zu verbessern, während die nicht faltbaren Bereiche dicker und damit stoßresistenter bleiben.
Der entscheidende Faktor: Optisch klarer Kleber (OCA)
Den größten Einzelbeitrag zur Vermeidung des sichtbaren Knicks soll laut TrendForce jedoch ein weiterentwickelter optisch klarer Kleber (Optically Clear Adhesive, OCA) leisten. Dieser Kleber weist viskoelastische Eigenschaften auf und bleibt während des langsamen Faltens ausreichend weich, um Ermüdungsstress zu reduzieren. Bei plötzlichem äußeren Druck erhöht sich sein Modul vorübergehend, um strukturelle Unterstützung zu bieten. Entscheidend ist außerdem seine Fähigkeit, durch Mikro-Fließeigenschaften mikroskopisch kleine Unregelmäßigkeiten auszufüllen, die sich über längere Nutzungsdauer bilden – und so Lichtstreuung und sichtbare Knicke zu minimieren.
Marktanteil und Ausblick
TrendForce erwartet, dass Apple im Jahr 2026 rund 20 Prozent des Marktes für faltbare Smartphones für sich gewinnen wird – ein bemerkenswerter Einstieg für ein Unternehmen, das bislang gar kein Foldable im Portfolio hatte.
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