Wie Globalstar heute bekannt gegeben hat, wird der Satellitenbetreiber von Amazon übernommen. Mit der Übernahme sichert sich Amazon Frequenzlizenzen, eine bestehende Satellitenflotte samt Bodeninfrastruktur und das nötige technische Know-how für sein hauseigenes LEO-Projekt.

Fotocredit: Apple
Amazon übernimmt Globalstar
Globalstar bietet Apple die Infrastruktur für die Satelliten-Notruffunktionen auf dem iPhone und der Apple Watch. Für iPhone- und Apple-Watch-Nutzer ändert sich mit Amazons Übernahme mittelfristig nichts. Im Hintergrund werden die Funktionen künftig über Amazon LEO weiterlaufen, da beide Unternehmen parallel zur Übernahme eine entsprechende Vereinbarung geschlossen haben und bei neuen Satellitendiensten zusammenarbeiten wollen.
Amazon LEO ist ein im Aufbau befindliches Satellitennetzwerk von Amazon, das aus Tausenden Satelliten in der erdnahen Umlaufbahn bestehen wird. Ab 2028 will Amazon eine eigene Direct-to-Device-Architektur in LEO integrieren, die Smartphones direkt per Satellit erreicht, ohne dass zusätzliche Hardware nötig ist. Der Datendurchsatz soll höher liegen als bei bisherigen Systemen, sodass nicht nur Notruf-SMS, sondern auch höherwertige Dienste möglich werden. Gedacht ist das für Funklöcher in ländlichen Gebieten, entlang von Verkehrswegen und in Regionen, in denen die Mobilfunkinfrastruktur nach Naturkatastrophen ausfällt. Globalstars bestehende Flotte und das weltweit koordinierte Funkspektrum bilden dabei die Grundlage, auf der Amazon aufbaut.
Apple selbst hat zwar bereits 1,1 Milliarden US-Dollar in die Satelliteninfrastruktur von Globalstar investiert und nutzt das Netzwerk seit dem iPhone 14 für die Notruffunktion, doch ein komplettes Satellitenunternehmen zu betreiben, passt nicht zu Apples Geschäftsmodell. Ähnlich wie beim Thema Mobilfunk setzt das Unternehmen lieber auf Partnerschaften, statt selbst zum Netzbetreiber zu werden.
Globalstar-Aktionäre können pro Aktie 90,00 US-Dollar in bar oder 0,3210 Amazon-Aktien wählen, wobei maximal 40 Prozent bar abgefunden werden. Rund 58 Prozent der stimmberechtigten Anteile haben dem Deal bereits zugestimmt. Der Abschluss ist für 2027 geplant, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und technischer Meilensteine bei Globalstars nächster Satellitengeneration.
0 Kommentare