Apple vs. Prosser: Leaker verweigert weiterhin vollständige Kooperation im Geschäftsgeheimnisse-Prozess

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Im Rechtsstreit um gestohlene Geschäftsgeheimnisse gegen den YouTuber Jon Prosser kommt es erneut zu Verzögerungen. Wie aus einem neuen Statusbericht hervorgeht, verweigert Prosser weiterhin die vollständige Mitwirkung an der Beweiserhebung. Apple will ihn nun per Gerichtsbeschluss dazu zwingen.

Apple vs. Prosser

Laut dem Bericht hat Apple dem YouTuber bereits am 3. Februar Vorladungen zur Dokumentenvorlage und zur Aussage zugestellt. Prosser hat zwar einige Unterlagen geliefert, auf bestimmte Anfragen aber nur unvollständig und auf andere überhaupt nicht reagiert. Apple hat die Fristen mehrfach verlängert, ohne die benötigten Informationen zu erhalten. Der Konzern will jetzt beim Northern District of Ohio einen Antrag auf eine sogenannte „Order to Show Cause“ stellen, um Prossers Kooperation zu erzwingen. Apple argumentiert, man benötige die ausstehenden Unterlagen, um den vollen Umfang der geleakten vertraulichen Informationen nachvollziehen zu können.

Aus dem Statusbericht geht auch hervor, dass Prosser inzwischen einen Anwalt einschalten will und beabsichtigt, das im Oktober 2025 gegen ihn ergangene Versäumnisurteil anzufechten. Das Urteil war zustande gekommen, weil er eine Frist zur Erwiderung auf Apples Klage verstreichen ließ. Prosser hatte damals gegenüber The Verge erklärt, er stehe „seit den Anfängen dieses Verfahrens in aktivem Austausch mit Apple“. Apple widersprach dieser Darstellung später in Gerichtsdokumenten.

Apple hatte die Klage im Juli 2025 eingereicht. Laut der Klageschrift haben sich Prosser und der Mitangeklagte Michael Ramacciotti unbefugt Zugang zu einem Entwickler-iPhone des ehemaligen Apple-Softwareingenieurs Ethan Lipnik verschafft. Ramacciotti nutzte eine Abwesenheit Lipniks, um auf das Gerät zuzugreifen, und zeigte Prosser die Inhalte per FaceTime. Auf dem iPhone befanden sich Details zu dem damals noch als iOS 19 bezeichneten Betriebssystem, das Apple auf der WWDC 2025 unter dem Namen iOS 26 vorstellte. Prosser hatte auf seinem YouTube-Kanal Videos mit nachgestellten Darstellungen des „Liquid Glass“-Designs veröffentlicht, Monate bevor Apple die Software offiziell zeigte. Lipnik wurde entlassen, weil er Apples Sicherheitsrichtlinien für Entwicklergeräte nicht eingehalten hatte.

Die beiden Angeklagten verhalten sich im Verfahren sehr unterschiedlich. Ramacciotti hat Apple Zugang zu einem weiteren Gerät für eine forensische Untersuchung gewährt, will seine schriftlichen Antworten auf Apples Fragen ergänzen und hat sich bereit erklärt, nach Abschluss der Beweiserhebung durch Dritte erneut auszusagen. Seit mindestens Oktober laufen informelle Vergleichsgespräche zwischen ihm und Apple. Prosser hingegen lässt Fristen verstreichen und liefert nur bruchstückhaft.

Apple fordert in dem Verfahren Schadensersatz sowie eine einstweilige Verfügung, die den beiden Angeklagten die weitere Weitergabe vertraulicher Apple-Informationen untersagt. Der nächste Statusbericht an das Gericht ist für den 10. Juni 2026 angesetzt.

Kategorie: Apple

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