Die Europäische Kommission hat eine eigene App zur Altersverifikation vorgestellt, mit der Nutzer ihr Alter gegenüber Online-Plattformen nachweisen können. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen präsentierte die Lösung gemeinsam mit der geschäftsführenden Vizepräsidentin Henna Virkkunen.

Neue App zur Altersprüfung
Die App ist nach Angaben der Kommission technisch fertig und soll in Kürze verfügbar sein. Nutzer laden sie herunter, richten sie mit Reisepass oder Personalausweis ein und können anschließend bei Online-Diensten ihr Alter bestätigen. Dabei sollen keine weiteren persönlichen Daten übermittelt werden. Von der Leyen bezeichnete das System als vollständig anonym, da sich Nutzer nicht zurückverfolgen ließen. Die App funktioniert laut der Kommission auf Smartphones, Tablets und Computern und ist quelloffen, sodass der Code von jedem eingesehen werden kann.
Von der Leyen zog eine Parallele zur COVID-Zertifikats-App, die während der Pandemie innerhalb von drei Monaten entwickelt worden war und in 78 Ländern auf vier Kontinenten zum Einsatz kam. Die neue App zur Altersverifikation folge dem gleichen technischen Modell.
Mehrere EU-Mitgliedstaaten arbeiten bereits daran, die App zu integrieren. Von der Leyen nannte Frankreich, Dänemark, Griechenland, Italien, Spanien, Zypern und Irland, die bereits an einer Integration arbeiten, und forderte weitere Länder sowie den Privatsektor auf, sich anzuschließen. Da die App quelloffen ist, können auch Partnerländer außerhalb der EU sie nutzen.
Die Kommissionspräsidentin verband die Vorstellung mit einer Warnung an Online-Plattformen. Für Unternehmen, die Kinderrechte nicht respektieren, werde es „null Toleranz“ geben. Die Durchsetzung bestehender europäischer Regeln werde mit voller Geschwindigkeit vorangetrieben. Kinderrechte in der EU hätten Vorrang vor kommerziellen Interessen.
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