Der chinesische Smartphone-Markt ist im ersten Quartal 2026 um vier Prozent zurückgegangen. Laut Counterpoint Research konnte Apple jedoch die iPhone-Auslieferungen im Land um 20 Prozent steigern, womit das Unternehmen einen starken Platz zwei auf dem Markt einnehmen konnte.

Apple profitiert indirekt von steigenden Speicherpreisen
Den Rückgang des chinesischen Gesamtmarkts führen die Analysten vor allem auf zwei Faktoren zurück. Erstens lag die Vergleichsbasis des Vorjahres wegen einer staatlichen Subventionsaktion hoch, zweitens sind die Kosten für Speicherchips deutlich gestiegen. Die Preisaktionen rund um das chinesische Neujahrsfest im Februar brachten nur einen leichten Impuls, weil die Rabatte angesichts der höheren DRAM- und NAND-Preise geringer ausfielen als in den Vorjahren. Die Folgen der Speicherkrise bleiben weiter bestehen. So sollen neue wie gebrauchte Geräte weiterhin im Preis ansteigen, womit die Aussichten auf das zweite Quartal nicht besser sind.
Apple konnte im ersten Quartal den zweiten Platz belegen, mit einem Marktanteil von 19 Prozent. Getragen wird das Plus primär von der Nachfrage nach dem iPhone 17 Lineup. Dazu kommen Preissenkungen im Rahmen von Sonderaktionen und staatliche Subventionen. Laut Counterpoint ist Apple unter allen Herstellern am besten aufgestellt, um die weltweite Speicherknappheit zu überstehen, weil das Portfolio im Premiumsegment verankert und Apples Lieferkette gut organisiert ist. Die Analysten rechnen damit, dass Apple die höheren Kosten kurz- bis mittelfristig intern auffängt und auf diese Weise weitere Marktanteile gewinnt.
An der Spitze des chinesischen Marktes bleibt jedoch Huawei mit einem Anteil von 20 Prozent. Die Auslieferungen des Konzerns stiegen um zwei Prozent. Huawei profitiert dabei von engen Beziehungen zu inländischen Zulieferern, die den Druck durch die gestiegenen Speicherpreise abfedern. Platz drei geht an OPPO, nachdem die Marke realme wieder in die Muttergesellschaft integriert wurde. OnePlus wuchs um 53 Prozent, getragen von den Ace 6 und Turbo 6 Modellen. Gebremst wurde OPPO allerdings durch die Entscheidung, im März die Preise älterer Modelle anzuheben, was die Nachfrage spürbar gedämpft hat. vivo legte um zwei Prozent zu. Xiaomi verlor am stärksten und brach um 35 Prozent ein, weil die aktuellen Modelle hinter den Vorgängern zurückblieben.
Für das Gesamtjahr fällt die Prognose düster aus. Counterpoint rechnet mit einem Rückgang der Auslieferungen in China um neun Prozent und sieht die Hersteller in einer doppelten Klemme aus sinkenden Stückzahlen und schrumpfenden Margen. Apple steht in dieser Rechnung auf der anderen Seite. Solange der Konzern die Mehrkosten für Speicher intern trägt, während die Konkurrenz gezwungen ist, Preise anzuheben, dürfte sich der Marktanteil weiter zugunsten von Apple verschieben.
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