Indien wird Apple und andere Smartphone-Hersteller nicht dazu verpflichten, die staatliche Identifikations-App Aadhaar auf neuen Geräten vorzuinstallieren. Das berichtet Reuters unter Berufung auf das indische IT-Ministerium, das einen entsprechenden Vorstoß der zuständigen Behörde geprüft und abgelehnt hat.

Keine Zwangsinstallation der Aadhaar-App
Die Unique Identification Authority of India hatte das IT-Ministerium gebeten, mit Apple und anderen Tech-Unternehmen Gespräche über eine verpflichtende Vorinstallation zu beginnen. Nach Konsultationen mit Vertretern der Elektronikbranche entschied das Ministerium, den Vorschlag nicht weiterzuverfolgen.
Aadhaar ist eine zwölfstellige Identifikationsnummer, die an mehr als 1,34 Milliarden Einwohner Indiens ausgegeben wurde. Sie ist mit biometrischen Daten wie Bild, Fingerabdrücken und Iris-Scans verknüpft und dient zugleich als Nachweis des Wohnsitzes. In der Praxis wird sie für staatliche Leistungen, Bankgeschäfte, Steuern und Mobilfunkverträge genutzt.
Laut Reuters hat die indische Regierung Smartphone-Hersteller in den vergangenen zwei Jahren sechsmal aufgefordert, staatliche Apps vorzuinstallieren. Apple hat jedes Mal abgelehnt. Ende vergangenen Jahres gab die indische Telekommunikationsbehörde den Herstellern 90 Tage Zeit, die staatliche App Sanchar Saathi auf allen neu verkauften Geräten im Land vorzuinstallieren. Mit Sanchar Saathi lassen sich gestohlene Geräte sperren, betrügerische Anrufe melden und gebrauchte Mobiltelefone verifizieren.
Apple teilte der Regierung damals mit, dass das Unternehmen die Vorgabe aus Gründen des Datenschutzes und der Sicherheit nicht umsetzen werde. Die Behörde zog den Plan daraufhin zurück. Im Fall von Aadhaar argumentierte Apple gegenüber dem IT-Ministerium auf dieselbe Weise und verwies erneut auf Sicherheits- und Datenschutzbedenken bei der Vorinstallation staatlicher Apps.
0 Kommentare