Anker hat soeben Thus vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine eigene KI-Chip-Plattform, die lokale neuronale Netz-KI in Endgeräte bringt – zunächst im Audio-Bereich. Zukünftig plant das Unternehmen eine Erweiterung in mobile Accessories und IoT-Produkte. Besonders spannend: Der Thus KI-Chip wird im Rahmen von Ankers globalem Fertigungsnetzwerk in Deutschland produziert.

Anker kündigt eigenen KI-Chip „Thus“ an
Bevor wir etwas näher auf den neuen KI-Chip von Anker eingehen, verraten wir euch kurz wofür die Abkürzung „Thus“ steht. Thus ist inspiriert von „Thus have I heard“ (auf Deutsch: „so habe ich gehört“), einer
buddhistischen Formulierung, die für direkte Übermittlung von Knowhow steht.
Thus ist inspiriert von der Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Dort sind Speicherung und Verarbeitung von Informationen nicht voneinander getrennt, sie finden am selben Ort statt. Genau dieses Prinzip überträgt Thus auf Silizium. Es wird technisch: Anstatt Modellparameter ständig zwischen physisch getrenntem Speicher und Prozessor zu verschieben, integriert Thus die Rechenleistung direkt in NOR-Flash- Speicherzellen (Floating-Gate-Transistoren). Die Parameter des Modells müssen so nicht mehr bewegt werden. Die bislang für diesen Datentransfer benötigte Energie konzentriert sich nun auf die eigentliche Berechnung. Gleichzeitig benötigt NOR-Flash-basiertes Compute-in-Memory nur etwa ein Sechstel der physischen Fläche von SRAM-basierten Alternativen (Static Random Access Memory), eignet sich daher besonders gut für kompakte Produkte für die EndverbraucherInnen.
Eine der ersten offiziell enthüllten Funktionen des Chips ist „Clear Calls“ – entwickelt für ein Problem, das wir alle bei Kopfhörern kennen: die Sprachqualität auf der Gegenseite eines Telefonats. Herkömmliche Environmental Noise Cancellation (ENC) setzt auf klassische Signalverarbeitung oder kleinere neuronale Netze. In lauten und komplexen Umgebungen wie Bars, Flughäfen oder stark befahrenen Straßen stoßen sie schnell an ihre Grenzen. „Clear Calls“ ersetzt diese regelbasierten Ansätze durch ein großes neuronales Netz, das vollständig auf dem Gerät läuft. Unterstützt von acht MEMS-Mikrofonen und zwei Knochenschallsensoren, die die Stimme des Sprechers anhand ihrer physischen Vibration isolieren. Das Ergebnis sind deutlich klarere Gespräche – auch in anspruchsvollen Umgebungen.
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