Das MacBook Neo verkauft sich zu gut: Apple denkt über Maßnahmen nach

| 20:50 Uhr | 1 Kommentar

Apple sucht nach Wegen, die gestiegenen Produktionskosten des MacBook Neo aufzufangen. Laut dem in Taiwan ansässigen Tech-Kolumnisten und früheren Bloomberg-Reporter Tim Culpan stehen zwei Möglichkeiten zur Debatte. Entweder bringt Apple zusätzliche Farbvarianten als Kaufanreiz bei einer Preiserhöhung oder das Unternehmen streicht die günstigste Konfiguration aus dem Sortiment.

Fotocredit: Apple

Die Nachfrage übertrifft die Erwartungen

In seinem aktuellen Newsletter beschreibt Culpan, dass der überraschend starke Absatz des MacBook Neo Apples Kalkulation durcheinandergebracht hat. Das Einstiegs-Notebook startet derzeit bei 599 US-Dollar mit 256 GB Speicher, die 512 GB-Version kostet 699 US-Dollar. Laut Culpan überdenkt Apple derzeit das Angebot.

Auslöser der Preisdebatte ist die hochgefahrene Produktion. Nachdem die Nachfrage die ursprünglichen Schätzungen übertroffen hat, soll Apple seine Zulieferer angewiesen haben, Kapazitäten für zehn Millionen Geräte vorzubereiten. Die ursprüngliche Planung lag bei fünf bis sechs Millionen Einheiten. Auf Apples Webseite werden quer durch die Modellpalette aktuell Lieferzeiten von zwei bis drei Wochen ausgewiesen.

Das Problem liegt beim Chip. Das MacBook Neo nutzt denselben A18 Pro wie das iPhone 16 Pro. Die bestehenden Lagerbestände sind durch die starke Nachfrage aufgezehrt. Der ursprüngliche Bestand stammt aus einer TSMC-Produktion im N3E-Verfahren von vor mindestens zwei Jahren. Freie 3-nm-Kapazitäten hat TSMC laut Culpan derzeit kaum, da die KI-Branche einen Großteil der aktuellen Fertigung für sich beansprucht.

Verschärft wird die Lage durch eine Besonderheit der ersten Charge. Die ursprünglich verbauten A18 Pro-Chips waren sogenannte gebinnte Versionen mit kleineren Fertigungsdefekten. Statt sie zu entsorgen, deaktivierte Apple einen der sechs GPU-Kerne und setzte sie im Neo ein. Eine neue Fertigungsrunde würde dagegen voll funktionsfähige Chips liefern, was den Stückpreis erhöht. Hinzu kommt ein Aufschlag, den TSMC für eine beschleunigte Produktion verlangt. Auch die DRAM-Preise sind seit dem Verkaufsstart des Neo weiter gestiegen, was ebenfalls eine Folge des Ausbaus von KI-Rechenzentren ist.

Eine Preiserhöhung schließt Culpan somit nicht aus. Hier könnte Apple mit neuen Farbvarianten locken. Das MacBook Neo ist derzeit in den Farben Silber, Rosa, Zitrus und Indigo erhältlich. Welche neuen Farbtöne das Unternehmen bringen könnte, nennt Culpan nicht. Alternativ könnte Apple die 256 GB-Konfiguration für 599 US-Dollar streichen. Der Einstiegspreis würde dann faktisch um 100 US-Dollar steigen, ohne dass eine einzelne Konfiguration teurer wird. Vergleichbare Schritte gab es bei Apple zuletzt schon. Im März verschwand die 512 GB RAM-Variante des Mac Studio aus dem Sortiment. Zudem hat Apple in der vergangenen Woche die 256 GB-Speicheroption beim Mac mini gestrichen. Begründet wurde das jeweils mit der hohen Nachfrage und der weltweiten Knappheit bei Speicherchips.

Kategorie: Mac

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1 Kommentare

  • s1

    Einfach auf 512GB (8GB) und 1TB (16GB) hochgehen. Das reicht vollkommen aus. Mehr Varianten braucht man nicht in dem Segment. Touch ID in beiden Modellen. Fertig.

    08. Mai 2026 | 21:33 Uhr | Kommentieren

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