Apple soll an einem iPhone mit holografischem Display arbeiten – einem Gerät, das dreidimensionale Inhalte ohne Brille direkt aus dem Smartphone heraus darstellen kann. Die Informationen stammen vom X-Leaker „Schrödinger“ (auch bekannt als @phonefuturist), der Screenshots von Nachrichten mit einem nicht namentlich genannten Insider geteilt hat, der angeblich mit dem Projekt vertraut ist. Glaubwürdige technische Details zum Apple-Anteil liegen bislang nicht vor – in der Lieferkette soll jedoch über ein „Spatial iPhone“ gesprochen werden.

Samsung entwickelt das Display – Codename „H1″
Im Mittelpunkt des Leaks steht ein Display-Projekt von Samsung, das unter dem Codenamen „MH1″ oder „H1″ entwickelt wird. Das Panel unterscheidet sich grundlegend von früheren brillenfreien 3D-Displays: Es kombiniert fortschrittliches Eye-Tracking mit sogenanntem „Diffractive Beam-Steering“ – mikroskopisch kleinen Strukturen in der Displayschicht, die Licht präzise in Richtung der Augen des Betrachters lenken und so einen Tiefeneindruck erzeugen, ganz ohne Zubehör.
Zusätzlich soll eine nano-strukturierte holografische Schicht direkt in den AMOLED-Displaystapel integriert sein und räumliche Tiefeneffekte erzeugen, die optisch über der Glasoberfläche zu schweben scheinen. Ein patentierter Algorithmus soll es ermöglichen, das Gerät zu kippen, um Objekte in einem Video aus verschiedenen Winkeln zu betrachten – ähnlich wie bei Samsungs bestehenden 85-Zoll-Spatial-Displays, aber für den mobile Betrieb optimiert.
Für Standard-2D-Inhalte soll das Display volle 4K-Auflösung liefern, während die holografische Tiefenschicht nur bei kompatiblen Inhalten aktiviert wird. Der Leaker nennt das Konzept „Zero Clarity Loss“ – kein Qualitätsverlust durch die 3D-Technik, wie er bei älteren Lentikularlinsen-Displays üblich war.
Wissenschaftliche Grundlagen bei Samsung
Samsungs Advanced Institute of Technology (SAIT) forscht seit 2020 öffentlich an Slim-Panel-Holografie. In einem Artikel in Nature Communications beschrieben Samsung-Forscher damals eine Backlight-Technologie, die die Betrachtungswinkel für holografisches Video um den Faktor 30 gegenüber herkömmlichen Designs vergrößerte – ein zentrales Hindernis für holografische Handdisplays. Der damalige Prototyp war rund 1 cm dick und konnte 4K-holografisches Video mit 30 fps darstellen.
Das H1-Projekt befindet sich laut Leaker noch in Phase 1 der Forschung und Entwicklung. Als möglicher Zeithorizont für holografische Smartphones allgemein wird 2030 genannt.
Apples langjähriges Interesse an Holografie
Apple verfolgt die Idee holografischer und brillenfreier 3D-Displays seit fast zwei Jahrzehnten. Bereits 2008 meldete Apple ein Patent für ein brillenfreies autostereoskopisches Display an, das die Position des Betrachters erfasst und ein personalisiertes 3D-Bild erzeugt. 2014 wurde Apple ein weiteres Patent für ein „interaktives holografisches Display-Gerät“ erteilt. Keiner dieser Vorstöße mündete bislang in einem konkreten Produkt.
Zuletzt hatte Hardware-Chef und künftiger CEO John Ternus im April betont, dass die Verschmelzung der digitalen und physischen Welt eine „Unvermeidlichkeit“ sei – und Spatial Computing sich noch in den „frühen Anfängen“ befinde.
Einordnung: Frühe Phase, unbekannte Quelle
Schrödinger ist ein relativ neuer Account mit begrenzter, aber nicht unbeeindruckender Bilanz bei Samsung-Hardware. Einige frühere Vorhersagen – etwa zur Ausstattung des Galaxy S26 Plus – bestätigten sich beim Launch. Die Angaben zum „Spatial iPhone“ basieren jedoch ausschließlich auf Lieferkettengerüchten ohne verifizierbaren Apple-Hintergrund. Die Informationen sollten daher mit entsprechender Vorsicht eingeordnet werden.
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