Nach mehr als einem Jahr der Verhandlungen haben Apple und Intel eine vorläufige Vereinbarung getroffen, wonach Intel Prozessoren für Apple-Geräte fertigen soll. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Für welche Apple-Produkte Intel die Chips fertigen soll, ist noch nicht bekannt.

Rückkehr zu einem alten Partner
Vor der Umstellung auf Apple Silicon nutzte Apple jahrelang Intel-Prozessoren in seinen Macs, kämpfte dabei aber regelmäßig mit verzögerten Chip-Generationen. Seit dem Wechsel zu eigenen ARM-basierten Designs lässt Apple bei TSMC fertigen und kann Updates in einem deutlich verlässlicheren Takt ausliefern. Frühere Berichte zu den Gesprächen mit Intel deuteten darauf hin, dass es zunächst um einfachere Prozessoren gehen könnte, etwa um die Einstiegs-Variante der M-Serie in bestimmten iPad- und Mac-Modellen.
Intel fertigt sowohl eigene Chips als auch Chips im Auftrag anderer Unternehmen. Als Lieferant kam der Konzern für Apple bislang nicht in Frage, weil Intel technologisch hinter TSMC und Samsung zurückgefallen war und zudem die Vorgeschichte zwischen beiden Unternehmen belastet ist. Im vergangenen Jahr ersetzte Intel seinen damaligen CEO Pat Gelsinger durch Lip-Bu Tan, der seither versucht, das Auftragsfertigungsgeschäft wiederzubeleben. Tan konzentriert sich dabei auf den modernsten Fertigungsprozess 14A im 1,4-Nanometer-Bereich, der 2028 in die Produktion gehen soll. Daneben fertigt Intel bereits Chips im 18A-Prozess, der zu Jahresbeginn 2026 in die Massenproduktion ging. 18A ist bislang allerdings nur für Intel-eigene Produkte freigegeben. Zudem nutzt Intel auch ältere Fertigungsprozesse für seine Kunden.
Eine Rolle bei der Annäherung zwischen Apple und Intel spielte offenbar auch die US-Regierung, die im vergangenen Jahr zum größten Anteilseigner von Intel wurde. Wie das Wall Street Journal berichtet, traf sich US-Handelsminister Howard Lutnick bereits mehrfach mit hochrangigen Vertretern von Apple, SpaceX und Nvidia, um diese für Intel als Auftragsfertiger zu gewinnen.
TSMC allein reicht nicht mehr
Apple arbeitet seit Längerem daran, seine Lieferkette breiter aufzustellen, weil derzeit ausschließlich TSMC die hauseigenen Chips produziert. Wie problematisch diese Abhängigkeit werden kann, zeigte sich bei der jüngsten Bilanzvorlage. CEO Tim Cook räumte dort ein, dass Apple im vergangenen Quartal nicht genügend A19 und A19 Pro Chips von TSMC bekommen habe und die iPhone 17 Reihe deshalb nicht in ausreichender Stückzahl verfügbar gewesen sei.
TSMC zählt zu den größten Auftragsfertigern weltweit und produziert neben Apple-Chips auch für Unternehmen wie Nvidia. Mit dem KI-Boom und der enormen Nachfrage nach Server-Hardware bleibt für Chips aus dem Consumer-Bereich weniger freie Kapazität, was Apples Verhandlungsposition gegenüber TSMC schwächt. Wenn Intel als Zulieferer hinzukommen würde, könnten solche Engpässe zumindest abgefedert werden.
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