Google I/O: KI-Agenten, smarte Brillen und ein neuer Shopping-Assistent

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Auf der Entwicklerkonferenz I/O hat Google am Dienstag seine KI-Pläne für die kommenden Monate vorgestellt. Im Mittelpunkt standen autonom arbeitende Agenten, die Aufgaben wie das Prüfen von Kreditkartenabrechnungen oder das Erstellen von Meeting-Protokollen übernehmen sollen. Daneben kündigte das Unternehmen erstmals eigene KI-Brillen an, die auch mit dem iPhone zusammenarbeiten sollen.

Fotocredit: Google

Smart Eyewear

Die KI-Brillen, die Google als Smart Eyewear bezeichnet, sollen im Herbst erscheinen. Sie kommen ohne Display, werden per Sprache bedient und geben über einen integrierten Lautsprecher Rückmeldung, ähnlich wie bei Metas Ray-Ban-Modellen. Als Partner nannte Google den Brillenhersteller Warby Parker, das Modelabel Gentle Monster sowie Samsung. Auf der Bühne demonstrierte Google die Funktionsweise mit einem Sprachbefehl an Gemini, um einen Kaffee im Lieblings-Coffeeshop zu bestellen. Für iPhone-Nutzer dürfte vor allem die Plattformoffenheit interessant sein, da Meta seine Brillen bislang stärker an das eigene Ökosystem bindet.

Laut der Gerüchteküche plant Apple für dieses Jahr auch den Launch eigener Smart Glasses. Die Geräte sollen mit Kameras, Mikrofonen und KI-Fähigkeiten ausgestattet sein und Funktionen wie Foto- und Videoaufnahmen, Übersetzungen sowie Navigation bieten. Augmented-Reality-Features sind allerdings auch bei Apple zunächst nicht vorgesehen.

Gemini Spark als persönlicher Agent

Der Agent Gemini Spark soll wiederkehrende Aufgaben selbstständig erledigen, etwa Abogebühren auf der Kreditkartenabrechnung aufspüren, Termine aus Gmail extrahieren oder Notizen in fertige Protokolle umwandeln. Google integriert Spark unter anderem in die Gemini-App für macOS. Dabei kann der Agent auch auf lokal gespeicherte Dateien zugreifen. Gemini Spark startet kommende Woche in einer Beta. Zugang erhalten zunächst nur US-Kunden des Gemini AI Ultra Abos.

Neues Modell und neue Suche

Grundlage all dieser Funktionen ist das neue Modell Gemini 3.5 Flash, das laut Google mit aktuellen Spitzenmodellen wie ChatGPT 5.5 mithalten kann. Eine leistungsstärkere Pro-Variante wird derzeit getestet und soll im kommenden Monat erscheinen. Auch die Google-Suche läuft künftig auf Gemini 3.5 Flash. Das Suchfeld wird zu einem Prompt-Eingabefeld und akzeptiert auch Bilder oder Videos als Kontext.

Gemini Omni erzeugt Videos

Mit Gemini Omni führt Google zudem ein Modell ein, das aus beliebigen Eingaben Videos erzeugt. Auf der Keynote zeigte Google ein generiertes Erklärvideo zur Proteinfaltung und Beispiele, in denen sich Nutzer im erstellten Video an andere Orte begeben können.

KI-erzeugte Bilder und Videos erhalten ein SynthID-Wasserzeichen, das auch nachträgliche Bearbeitungen überstehen soll. Über die C2PA-Technik will Google künftig zusätzlich erkennen, mit welchen Werkzeugen ein Foto bearbeitet wurde.

Universal Cart als Shopping-Agent

Beim Shopping setzt Google auf den Universal Cart. Produkte aus dem Web, von YouTube oder aus Gmail landen in einem virtuellen Warenkorb. Danach übernimmt die KI die Preissuche, erstellt Statistiken und meldet sich, wenn Artikel wieder lieferbar sind. Auch passende Kombinationen, etwa Mainboard und Prozessor, soll das System prüfen. Teilnehmende Händler müssen das Universal Commerce Protocol unterstützen. Zum US-Start im Sommer sind unter anderem Target, Walmart und Shopify dabei.

Neue Abo-Struktur

Zur I/O hat Google auch die hauseigenen KI-Abos umgebaut. Ein neuer AI Ultra Plan für 100 Dollar im Monat richtet sich an Entwickler und Profis, bietet ein fünffach höheres Nutzungslimit als die Pro-Variante und enthält 20 TB Speicher sowie YouTube Premium. Das bisherige Spitzen-Abo sinkt von 250 auf 200 Dollar bei unverändertem Funktionsumfang. Pro-Kunden in ausgewählten Regionen bekommen YouTube Premium Lite ohne Aufpreis dazu, ebenso Health Premium und Home Premium. Statt fester Prompt-Limits zählt künftig die verbrauchte Rechenleistung. Das Kontingent erneuert sich alle fünf Stunden, bis das Wochenlimit erreicht ist. Danach schaltet das System auf kleinere Modelle um.

CEO Sundar Pichai bezifferte die Investitionen Googles für dieses Jahr auf 180 bis 190 Milliarden Dollar. Die kostenpflichtigen KI-Abos dürften ein wesentlicher Baustein sein, um diese Summen wieder einzuspielen.

Kategorie: App Store

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