Apple plant, die WWDC 2026 Anfang Juni zu nutzen (am 08. Juni gibt es die eröffnende Keynote), um seine On-Device-KI-Fähigkeiten als strategischen Wettbewerbsvorteil in den Vordergrund zu stellen. So heißt es in einem aktuellen Bericht unter Berufung auf mit Apples Plänen vertrauten Personen. Das Unternehmen aus Cupertino setzt dabei auf 15 Jahre Erfahrung im Bereich kundenspezifischer Siliziumlösungen, um KI-Modelle lokal statt in der Cloud auszuführen. Der Datenschutz dient als Kernargumenten.

Gemini-Modell – aber lokal destilliert
Im Rahmen der bereits bekannten Partnerschaft mit Google soll Apple eine große Version von Googles Gemini-Modell nutzen, um daraus eine kleinere, destillierte Version zu trainieren, die direkt auf Apple-Hardware laufen kann. Für komplexere Anfragen, die Cloud-Verarbeitung erfordern, will Apple Nvidias Confidential-Compute-Technologieinnerhalb von Google Cloud einsetzen. Das Sicherheitsfeature verschlüsselt Daten und KI-Modelle während der Verarbeitung – auf Kosten einer leichten Performance-Einbuße, aber mit deutlich stärkeren Datenschutzgarantien.
Das ist eine bemerkenswerte Kurskorrektur: Bei der ursprünglichen Ankündigung von Apple Intelligence auf der WWDC 2024 hatte Apple versprochen, alle Cloud-Anfragen ausschließlich über die eigene Private Cloud Compute-Infrastruktur auf Apple-Silicon-Chips abzuwickeln. Laut The Information soll die Marke „Private Cloud Compute“ trotz des Wechsels zu Google Cloud beibehalten werden.
Grenzen der eigenen Infrastruktur
Hintergrund ist offenbar auch eine technische Hürde: Googles vollständiges Gemini-Modell läuft im Bereich von Billionen von Parametern und Apple hat laut dem Bericht Schwierigkeiten, es auf seiner eigenen Private-Cloud-Compute-Infrastruktur zu betreiben, die auf denselben Apple-Silicon-Chips basiert wie Mac-Computer.
Darüber hinaus soll Apple aktiv nach Übernahmezielen suchen, die seine Arbeit zur Modellverkleinerung vorantreiben können. Als konkretes Beispiel wird Liquid AI genannt – ein Start-up aus Massachusetts, das sich auf die lokale Ausführung von KI auf Geräten spezialisiert hat.
Narrative neu schreiben
Apple Intelligence wurde auf der WWDC 2024 angekündigt, aber die Umsetzung lief bislang schleppend. Die anfänglichen Funktionen kamen verhalten an, und die überarbeitete, persönlichere Siri-Version ließ jahrelang auf sich warten. Die WWDC 2026 am 8. Juni soll nun dazu genutzt werden, die Erzählung grundlegend neu zu schreiben – verzögerte Funktionen nachzuholen und gleichzeitig eine neue Generation von KI-Features zu präsentieren, die Apples Hardware-Vorteil in den Mittelpunkt stellt.
0 Kommentare